Dungeon World Dienstag

Die Zaubermandoline

Steinriesen schlafen nicht tief

Auf ihrem Weg stolpern unsere Gefährten sozusagen über einen seit Jahrhunderten schlafenden Steinriesen. Sein Kopf ist bemoost und sein schlafender Körper bildet eine Hügellandschaft. Torolf ist völlig fasziniert von diesem Geschöpf. Nicht nur hatte er darauf bestanden den Riesen nicht zu umgehen, nein, er verspürte auch das dringende Bedürfnis dem jahrhundertealten Wesen ein Liedchen zu spielen. Tief in sich versunken spielte er eine Melodie, die einfach zu ihm kam. Über die Welt und die Zeit und ihre Anfänge. Plötzlich ging ein Beben durch die Erde. Der Steinriese öffnete die Augen und erhob sich. Erde und Felsbrocken rieselten herab, die allesamt groß genug waren sie wie Ameisen zu zerquetschen.

Mit einem Hechtsprung bringt sich Torolfs in Sicherheit vor den herabfallenden Steinen, da ertönt plötzlich ein schrecklich knackendes Geräusch. Der Barde erstarrt und traut sich kaum hinzusehen, aber er muss feststellen, dass eine Saite seiner kostbaren Mandoline gerissen ist. Ungläubig starrt er auf sie hinab und Verzweiflung macht sich in seinen Zügen breit. Der Steinriese stellt sich als Brock vor und verlangt die Musik weiter zu hören, doch das ist schwer zu bewerkstelligen, wenn man weder eine funktionsfähige Mandoline, noch eine Ahnung hat, wie man dazu kam sie zu spielen. Zu ihrem großen Glück lässt Brock sich vertrösten. Zeit spielt für ein Wesen seiner Art keine allzu große Rolle und das verschafft ihnen ein wenig Spielraum.

Torolf muss das mit der Mandoline unbedingt wieder in Ordnung bringen und am liebsten würde er auch vermeiden, dass die Akademie Wind von der Beschädigung des uralten Kunstwerks bekommt. Nun gilt es eine Einhornhaarsaite zu ersetzen. Keine einfache Aufgabe.
Doch vorher müssen sie mit einem Steinriesen fertig werden, der ein Liedchen hören will. Ein ganz bestimmtes Lied. Eins, das ihn aus dem Schlaf geweckt hat, weil es ihn an die Entstehung der Zeit erinnert.

Und so ziehen sie los, eine Einhornhaarsaite suchen. Oder zumindest vorerst irgendeine Saite, denn spielen könne er auf dem Instrument ja eigentlich mit jeder Saite beliebigen Materials wieder, wie Mab plötzlich anmerkt. Das ist eine großartige Idee befinden sie und suchen das Örtchen Platsch auf. Sie haben Glück und der Ort verfügt über einen Laden, der auf Instrumente spezialisiert ist. Leider sind es Flöten, doch einen Grundstock an diversen Ersatzteilen für die gängigsten Instrumente hat der Besitzer glücklicherweise trotzdem zu bieten. Weniger erfreulich sind für Torolf allerdings die abfälligen Bemerkungen, die der Blockflöten Feriez über das restliche Spektrum der Instrumente macht, das nicht zu den Flöten zählt. Nach einer Weile der unterschwelligen Beleidigungen tut er sein bestes, um den arroganten Schnösel in die Schranken zu weisen. Als Mab dann auch noch zusätzlich verkündet, dass sie mit Flöten noch nie etwas anfangen konnte ist die Abneigung definitiv gegenseitig, doch immerhin hat er seine Mandolinensaite bekommen.

Sie reisen zurück zu dem Riesen, der gerade damit beschäftigt ist mit Häusern aus der Umgebung Weitwurf zu spielen. Sie können gerade noch verhindern, dass er einer ganzen Familie auf diese Art das Fliegen beibringt, indem Mab ihn schalt wie ein Kleinkind. Aus irgendeinem Grund hört der Riese auf sie und setzt das vollbesetzte Haus wieder auf festen Grund. Der große Kerl ist nicht direkt Böse, doch kann er den Unterschied nicht erkennen, dass seine Handlungen Schaden bei praktisch jedem außer ihm anrichten. Vor Aufregung zitternd versucht der Barde sich in die richtige Stimmung zu versetzen, um das Wunder der Musik wiederholen zu können. Alle halten den Atem an, als er beginnt zu spielen und zu singen, doch seiner Darbietung entspinnt sich derselbe Zauber und der Brock schläft wieder ein.

Erleichtert ziehen sie weiter.

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NoMonkey eenara

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