Dungeon World Dienstag

Mab auf neuen Wegen

Auf neuen Wegen

Da war sie nun: verletzt und fast taub – es blieb nunmal nicht ohne Folgen, wenn man einen Gott erschlug – und ein anderer Gott stand vor ihr und bot ihr an, ihren sehnlichsten Herzenswunsch zu erfüllen. Ihr klangen noch immer die Ohren von der Explosion und sie schwankte leicht. Obendrein war es grundsätzlich eine schlechte Idee sich von höheren Wesenheiten einen Wunsch erfüllen zu lassen, egal ob Gott oder Fee. Aber sie war am Ende ihrer körperlichen und mentalen Kräfte und es gab da tatsächlich etwas, das sie sich mehr als alles andere wünschte. Hätte sie nur nicht solche Probleme sich zu konzentrieren, dann könnte sie das sicher genau formulieren, aber schließlich brachte sie nur heraus, was ihr gerade durch den Kopf ging: “ich wünsche mir, dass der Schaden, den ich seinerzeit in meiner Heimat angerichtet habe, negiert wird und ich wieder zurückkehren kann”. Der Gott nickte, “So soll es sein” und sie fühlte, wie die Erleichterung sie durchflutete. Plötzlich hatte sie das Gefühl die Geister riefen sie nach Hause, am besten jetzt sofort. Konnte das möglich sein? Sie musste es herausfinden, sie musste zurück nach Kalaa in die Berge, wo sie hingehörte.

Die Reise nach Tesserdan verging wie im Flug und als sei es ein weiteres Zeichen, ankerte die “Unsinkbare Jungfrau X” gerade im Hafen, als warte sie auf sie…

Torolf und Ferondal wollten bleiben. Ferondal wollte sich weiter dem Studium seiner selbstmörderischen Feuerskunst widmen und Torolf war der Meinung die Verbreitung seines Glaubens sei in der Heimat Gebs nunmal am leichtesten. Nach ihrer langen gemeinsam verbrachten Zeit fiel es ihr fast schwer sich von ihnen zu trennen. Sie waren oft unvernünftig, zu risikofreudig und ihrer Meinung nach verrückt, aber sie hatten ihren eigenen Ehrenkodex und sie traten dafür ein. Aber so war das nunmal, das Leben bestand aus Wandel und dieser Abschnitt war eben vorbei. Sie stieg an Bord des Schiffes. Nicht einmal über Nacht war sie in der Stadt geblieben, die Belohnung sollte Torolf für sie verwalten. Geld hatte ihr nie viel bedeutet und dort wo sie hinging, brauchte sie es ohnehin nicht.
Die Reise verlief ohne Zwischenfälle und im ersten Hafen von Kalaa angekommen verwandelte sie sich in einen Vogel und flog den Rest des Weges zurück zum Hain der Alten. Das ging am Schnellsten, außerdem reiste sie so inkognito, da es ja immernoch diese lächerliche Suchmeldung nach ihnen gab.

8 Monate später:

Sie saß auf dem kalten Boden einer Zelle, den Kopf an die Wand gelehnt und wartete darauf, dass die Mistkerle, die sie gefangen hatten, wiederkamen. Sie wusste bis jetzt noch nicht so genau, wie sie es geschafft hatten sie zu überwältigen, aber nun saß sie in diesem Dreckloch fest, mit einer riesen Beule am Hinterkopf. Sie konnte fühlen wie die Mondphasen wechselten. Diese Widerlinge hatten einen Fall fingiert und sie damit in eine Falle gelockt. Sie hatte es zu spät bemerkt und auch wenn sie ordentlich Schaden unter ihnen angerichtet hatte – sie durften sich über ein paar hübsche neue Narben freuen und einer hatte dabei ein Auge verloren – war sie ihrer geballten Kraft nicht gewachsen gewesen. Sie war sich ziemlich sicher, dass ein Magier unter ihnen war, denn als sie sich gewehrt hatte, hatte sie ein unsichtbares Gewicht auf sich herabgesenkt gespürt, dass sie niedergedrückt hatte. Und einer von ihnen war Jäger. Er hatte die Falle vorbereitet und wusste was er tat. Ihm hatte sie das Auge genommen, denn er hatte nicht mit dem zuckenden Skorpionschwanz gerechnet, der plötzlich auf sein Gesicht zugeschnellt war. Offensichtlich hatte er ein solches Tier noch nie gesehen, sonst wäre dem erfahrenen Jäger nicht ein solcher Fehler unterlaufen. Manchmal stand er nachts ein Stück von ihren Gittern entfernt und starrte sie an. Sie zeigte ihm den Mittelfinger und grinste ihr wölfischstes Grinsen. Sie hatte ihre Möglichkeiten diese Männer zu belauschen und so wusste sie mittlerweile, dass sie Kopfgeldjäger waren. Sie hatten die Belohnung von dem Gasthausbrand gesehen und sie aufgespürt. Und so biss es ihr in den Arsch, wie der Tiger der langsamen Gazelle. Dieser verrückte Magier und seine verdammte Zündelei! Trotzdem vermisste sie ihn irgendwie. Und den Barden, mit seiner runenvernarbten Powermandoline. Nein! Diese beiden Chaoten hatten sie erst in diese Lage gebracht und dann hatte sie monatelang Kindermädchen für sie spielen müssen. Und was passierte, wenn nicht, konnte man jetzt ja sehen. Sogar Monate später und hunderte Kilometer entfernt brachten die zwei ihr noch Ärger ein. Sie grummelte vor sich hin, wie gerne hätte sie jetzt ihr Pfeifchen geraucht. Aber das hatten sie ihr natürlich abgenommen. Sie seufzte. Ihre Gedanken schweiften zu der Nacht zurück, in der der ganze Ärger begonnen hatte:

Fröhlich hatten sie im Gasthaus gefeiert. Sie hatten getrunken und Karten gespielt, während der Barde zur allgemeinen Unterhaltung seine Balladen schmetterte. Sie selbst hatte an diesem Abend ebenfalls tief ins Glas geschaut und war ziemlich angetrunken mit dem knackigen Wirt in der Speisekammer verschwunden. Herrje, nichtmal eine Nummer konnte sie schieben, ohne auf die beiden Holzköpfe achtgeben zu müssen! Sie waren gerade fertig gewesen, als sie den Rauch bemerkten. Sie verließen das Gebäude durch die Hintertür und da war es auch schon zu spät, es brannte lichterloh. Sie hatte sich zurück zu den anderen geschlichen, die in der Menge standen und fassungslos in die Flammen starrten, die die Holzhütte verschlangen. Ein Mann in der Menge raunte “er hat ein paar Feuertricks vorgeführt und plötzlich brannte der Vorhang”. Für einen kurzen Moment schloss sie die Augen, dann hatte sie ihre beiden Gefährten mit sich fortgezogen.

All dies hatte dazu geführt, dass sie sich gemeinsam auf ihre Reise begaben und einen Gott töteten. Schon erstaunlich wie die Pfade des Lebens so verliefen.

Doch das alles wäre völlig unerheblich, wenn diese Gauner sie dafür vor die hiesige Gerichtsbarkeit zerrten. Momentan wehrte sie sich und der einzige Grund warum sie noch hier war war der, dass sie sich jedesmal sofort verwandelte, wenn sie versuchten sie zu fesseln und zu transportieren. Die Halunken schafften es nicht sie dorthin zu bringen. Nun hatten sie sich eine andere Lösung überlegt, um an ihr Kopfgeld zu kommen. Schon in diesem Moment war eine Delegation Soldaten zu ihnen unterwegs, um sie in Empfang zu nehmen und denen konnte sie nicht einfach die Köpfe abreißen. Die würden sie vor einen Richter zerren und am nächsten Baum aufknüpfen.
Sie ließ den Kopf gegen den kalten Stein der Mauer sinken und schloss die Augen. Es wäre ein Leichtes einen Storch, oder einen Adler herbeizurufen und ihn über das Meer zu senden, um ihren Freunden eine Botschaft zu schicken, aber sie tat es nicht. Ihr Stolz ließ es nicht zu und was half es? Dann würden sie alle drei zur Rechenschaft gezogen. Nein, das würde sie auf keinen Fall tun.

Anderswo:

Im neu errichteten Gasthaus im Hafen von… schenkte der smarte Wirt Cassandra, der Kapitänin der unsinkbaren Jungfrau X ein Bier ein, als jemand mit Neuigkeiten hereinstürmte. Völlig außer Atem sank der Mann an der schnieken neuen Bar auf einen Hocker. Die neue Kneipe war größer und schöner als die alte, die sogenannte “Versicherung” hatte sich für den Wirt voll gelohnt. Der aufgeregte Stammgast wedelte mit der Hand nach einem Getränk, um seine trockene Kehle zu benetzen und ein Bier landete vor ihm auf der Theke. Er nahm einen tiefen Schluck, knallte das Glas auf den Thresen und sagte laut “Habta schon jehört? Die ham die Brandstifter endlich gefasst! Zumindest eine von den’, die Frau”, dabei blickte er Achtung heischend in die Runde. Cassandra und der Wirt sahen sich an. Die Kapitänin der unsinkbaren Jungfrau X hatte die Gerüchte natürlich gehört und eins und eins zusammen gezählt, aber sie war mit diesen Leuten gereist, hatte Seite an Seite mit ihnen gekämpft und sie mochte sie. Der Wirt war ebenfalls nicht so begeistert, wie man es vielleicht erwartet hätte. Er hatte ebenfalls schöne Erinnerungen an seine Zeit mit Mab und da sie zum Zeitpunkt des Geschehens bei ihm gewesen war, konnte sie auf keinen Fall der Auslöser gewesen sein. Es war wohl ihr Begleiter, der Magier gewesen, aber das war ihm ohnehin einerlei. Gasthäuser brannten ständig ab und dieser hatte sich als äußerst vorteilhaft für ihn erwiesen. Er wollte nicht, dass sie dafür bestraft wurde.
Kapitänin und Wirt hielten den Blickkontakt, dann nickte der Wirt ihr zu. Ohne ein weiteres Wort verließ sie die Bar und eine Stunde später lief die Unsinkbare Jungfrau X Richtung Bahia aus dem Hafen.

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Auf Messers Nadel
Wie man einen Gott tötet - oder sich selbst

Mab erwacht am nächsten Morgen als erste und stellt fest, dass Torolf, der für die letzte zuständig war, tief und fest schlief. “He!” ruft sie und stößt ihn unsanft mit dem Fuß an. “Du bist ja eine tolle Wache!”, schimpft sie. Torolf gähnt genüsslich und richtet sich auf, “Keine Sorge, Geb hat über uns gewacht”, teilt er ihr gutgelaunt mit und grinst breit. Mab schneidet eine Grimasse, “sag mir bitte nächstes mal Bescheid, wenn du beschließt deine Wachschicht von einem Gott erledigen zu lassen, dann bleibe ich nämlich lieber auf”, grummelt sie. Von dem Gezanke wahr nun auch Ferondal auf. “Guten Morgen” sagt er fröhlich und schält sich zerzaust aus seinen Decken. Sie brauchen nicht lange um sich aufbruchsbereit zu machen und ziehen gleich weiter. Die Felsspitze, die die Nadel genannt wird, eehebt sich mittlerweile hoch über ihnen. So hoch, dass ihre Spitze im Dunst des Horizonts verschwindet. An ihrer Basis angelangt halten sie an und sehen hoch. Über ihnen, in einer Höhe von etwa 30 Metern können sie ein Tor im Fels erkennen, gesäumt von ein paar behauenen Säulen. Ein paar Vögel kreisen um den Felsen. Es führen weder ein Weg, noch eine Treppe hinauf. Mab steigt ab und verkündet, sie werde zur Erkundung mal hoch fliegen und schon erscheint ein gewaltiger Adler an ihrer Stelle, der sie mit merkwürdig gelben Katzenaugen anblickt. Torolf kommt gerade noch dazu, ihr ein Seil zu reichen, das sie oben irgendwo befestigen soll, damit sie beide hinauf klettern können. Der Vogel legt den Kopf schräg, nimmt das Seil aber vorsichtig in den Schnabel bevor er losfliegt.
Sie erreicht den Eingang, landet sicher auf dem breiten Sims davor und verwandelt sich zurück. Sie spuckt das Seil aus – Igitt – und wickelte es so gut es geht um eine der Säulen. Sie zieht noch einmal prüfend daran, nickt dann aber zufrieden – wird schon halten, vermutlich – und winkt ihren Gefährten am Boden zu.
Torolf folgt als nächster. Er kommt zügig voran, doch auf halber Strecke wird er von einem dieser Greifvögel angegriffen, die sie zuvor schon gesehen hatten. Der Barde sieht das Tier auf sich zukommen und klettert den Rest der Strecke in Höchstgeschwindigkeit hoch. Kurz danach zieht er sich neben ihr auf das Sims. Ferondal hat es etwa zur Hälfte das Seil hinauf geschafft, als der Greifvogel auf Torolf hinab stößt. In einem verzweifelten Versuch ihn abzuwehren schwingt der Barde sein Chepesh, doch es gelingt dem Tier seine Schultern zu packen. Schreiend baumelt er von den Krallen des Vogels, während er mit in die Lüfte gehoben wird. Ferondal und Mab reagieren gleichzeitig. Statt der menschlichen Gestalt der Druidin erhebt sich nun wieder ein stattlicher Raubvogel in die Luft und setzt dem Angreifer nach. Der Magier, eigentlich immer noch mit dem Aufstieg beschäftigt, greift mit sicherer Hand das Seil, streckt die andere seinem Ziel entgegen und schießt einen Feuerball, der dessen rechten Flügel trifft. Das Gefieder geht in dem Augenblick in Flammen auf, als Mab Torolf erreicht und sich auf seine Beine stürzt. Nun zwischen den beiden Vögeln hängend, blickt dieser entsetzt von den Flammen am Flügel des einen, zu dem zweiten, der ihn gepackt hält und kneift die Augen zu.
Kaum hat die Druidin ihren Mitstreiter fest im Griff, trifft auch schon Ferondals nächste Salve den zweiten Flügel des Tiers. Mit einem gellenden Schrei stürzt es ab. Nun hängt er kopfüber unter dem zweiten Ungetüm, das in einen Sinkflug geht. Vorsichtig setzt sie ihn auf dem Sims ab. Er springt auf und versucht etwas Abstand zu dem Vogel zu gewinnen, doch das Vieh ist hartnäckig. Es folgt ihm einige Schritte und kraht ihn an. Wild wedelt er mit dem Chepesh und macht “Kschkschksch”-Geräusche. Plötzlich ist der Vogel verschwunden und die Frau steht vor ihm, “Oh, Mab”. Sie verdreht die Augen. Sie hatte ihn in den Innenraum getrieben, Ferondal war ihnen gefolgt und sie gehen weiter hinein.

Vor ihnen erstreckt sich eine hohe runenbedeckte Halle, runde Säulen dekorieren die rissigen Außenwände und in dessen Mitte steht eine Brunnenschale auf einem Podest, die sofort alle Blicke auf sich zieht. Ein Blick in den Brunnen reicht um festzustellen, dass der Boden zerschmettert wurde und der Inhalt bis auf einen kleinen Rest abgeflossen ist.
Sorgfältig sehen sich die beiden Männer um und Ferondal ist sich sicher, dass sie hier ein gebrochenes Schutzsiegel vor sich haben. Torolf bestätigt diese Vermutung, er habe ebenfalls schon von solchen Mechanismen gehört. Theatralisch ermahnt er zu besonderer Vorsicht und spricht ein Stoßgebet an Geb. Mab ist sichtlich unbeeindruckt, weniger hätte sie auch nicht erwartet.
Vorsichtig nähern sie sich der einzigen Tür, die hinaus führt. Es war ein großes eisernes Tor, dessen Ketten und Flügel von gewaltiger Kraft aufgebogen worden waren.

Von dort aus gelangen sie in einen Gang, der sich spiralförmig im Inneren der Felsnadel nach oben schraubt. Die Außenwände sind in unregelmäßigen Abständen durchbrochen, sodass ausreichend Licht in den schmalen Gang fällt.
Nach einem schier endlosen Aufstieg erreichten sie einen weiteren Raum. Vorsichtig treten sie ein und ihr Blick fällt sofort auf eine große Waage, die einen Großteil des Raums einnimmt. Ein Teil hängt hoch über ihren Köpfen in der Luft, der andere, mit einem großen Stein beschwert, scheint einen Durchgang zu verdecken. Der Weg zur Waage ist gesäumt von steinernen Statuen, die auf den ersten Blick an Soldaten erinnern, aber bei genauerem Hinsehen fällt einem auf, dass sie Echsenköpfe besitzen. Mab senkt ihren Geist in eine von ihnen, aber alles was sie erfährt ist, dass sie sehr sehr alt sind. In der Zwischenzeit hat Torolf bereits das Gerüst an der Seite der hohen Waagschale erklommen und dort ein zeremonielles Messer gefunden. Es scheint ihm offensichtlich, dass hier ein Blutopfer verlangt ist und ritzt sich ohne Umschweife damit in den Finger. Sein Blut tropft in die Schale, ein leichtes Beben erschüttert den Raum, als sich die Waagschale ein Stück senkt. Das Blutopfer fordert allerdings seinen Tribut: die Wundränder des Schnitts verfärben sich schwarz und der Barde spürt, wie ihn eine leicht Schwäche überkommt. Schockiert starrt er auf das schwarze Gewebe und fragt sich, warum um Gebs Willen er nicht einfach sein eigenes Messer genommen hatte! Das Gewicht mit dem Stein hatte sich nun zwar ein Stück gehoben, aber nicht genug, um passieren zu können. Es verlangte noch mehr Blut. Doch bevor noch irgendjemand Zeit hatte etwas anderes zu tun, eilt Ferondal festen Schrittes an Mab und Torolf vorbei, nimmt diesem das Messer aus der Hand und führt es in einer schnellen Bewegung über seine gesamte Handfläche. Das Blut quillt hervor und ergießt sich in einem Schwall in die Opferschale. Heftiger Schmerz durchfährt den übermütigen Magier und auch seine Handfläche verfärbt sich schwarz. Er taumelt, fängt sich aber wieder und der Stein hebt sich vollends, der Durchgang ist frei!

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Ferondal geht mit Leuchtestab voraus, sehr dunkel, Torolf wird gepackt, kann ausweichen, menschliche Oberkörper verschmolzen mit Wänden, uralt, verflucht und gefangen bis Herrscher fällt, bitten um Befreiung. Torolf quatscht uns da durch, am Ende neue Tür, Ferondal öffnet sie, Typ in Kutte brüllt “ihr kommt zu spät, es ist vollbracht!” und lässt etwas in einen Sarkophag fallen. Torolf wirft Dolch, trifft Typ in die Stirn. Mab verwandelt sich in Raubkatze und springt dem Gegenstand nach um ihn abzufangen. Ferondal…

Amulett tanzt am Rand des Sarkophags, Torolf beschwört Wind durch Geb, Münze fällt außerhalb auf den Boden. Amophes erhebt sich riesig, Skorpionschwanz, Eisenkette – Kampf – “das hüpf ich weg”…

Sieg über Amophes, Explosion, alle an die Wand geschleudert. Heller Lichtstrahl, Erscheinung Geb, jeder hat einen Herzenswunsch frei. Ferondal wünscht sich ein Meister des Feuers zu sein, Mab in ihre Heimat zurückkehren zu können und Torolf weiterhin Gebs Glauben in die Welt tragen zu dürfen.

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Etwas Großes braut sich zusammen
Feuer und Flamme für alte Götter

Sie waren hergekommen, um Amophes aufzuhalten. Das erste Ziel Ihrer Etappe stellte Anfalaat dar, die südlichste Küstenstadt und der Bergformation genannt “die Nadel” am nächsten. Anfalaat besaß drei Sehenswürdigkeiten: den Glockenturm, mit der großen goldschimmernden Glocke, eine gewaltige Kamelstatue und eine Schokoladenfabrik.

Im Hafen von Anfalaat angekommen packten sie ihre Bündel und gingen von Bord. Sie waren erst einige Schritte weit gekommen, da hörten sie plötzlich eine vertraute Stimme hinter sich. “Hallo Leute, wartet auf mich!”. Ungläubig drehten sie sich um, doch da war er: Gerri Stubbs. In eine um ihn schlabbernde Lederrüstung gehüllt und mit einem Beutel über der Schulter rannte er auf kurzen Beinen hinter ihnen her. Mab machte ein Gesicht, als hätte sie in eine Zitrone gebissen. “Was machst du denn hier?!” fragte sie völlig fassungslos. “Ich habe eure flammende Rede auf dem Marktplatz gehört und da dachte ich ‘ja, lasst uns in die Schlacht ziehen’. Ich will helfen” und dabei strahlte er über das ganze Gesicht. Keiner von ihnen brachte es übers Herz ihm zu sagen wie unglaublich schlecht diese Idee war. Also klopfte Torolf ihm nur auf die Schulter, bevor er ihn mit sich zog und sagte “aber wir müssen deine Rüstung noch rot färben”. Dabei warf er Mab mit einem breiten Grinsen einen vielsagenden Blick zu, die ihrerseits nur finster zurückstarrte. Wie hatte er es nur geschafft sich die ganze Fahrt über an Bord des Schiffes vor ihnen zu verstecken? Sie hätte ihn auf jeden Fall sofort am nächstbesten Hafen abgesetzt und zurück geschickt. Was hatte er sich nur dabei gedacht?! Er war ein Mann der Bücher, nicht des Schwertes. Sie quartierten sich im Gasthaus ein, bestellten eine Mahlzeit und dann stellten sie ihm genau diese Fragen. Stolz präsentierte er seinen Beutel voller Bücher, Abschriften die er von Werken angefertigt hatte, die ihm nützlich erschienen. Das könnte tatsächlich hilfreich sein, doch ihn konnten sie auf keinen Fall mitnehmen, das wäre sein Tod.
Doch der kleine Mann glühte vor Begeisterung, also mussten sie ihm irgendeine Aufgabe geben. “Gerri, wie wäre es denn, wenn du versuchst etwas über Amophes und seinem Einfluss in Anfalaat herauszufinden? Das wäre uns wirklich eine große Hilfe” “Wirklich? Ja! Ja, das kann ich tun” und damit wuselte er davon. Seine Tasche mit den Büchern ließ er liegen, Ferondal nahm sie in Gewahrsam. Mab buchte dem Bibliothekar auf Abwegen eine kleine Kammer im Gasthaus, damit er wenigstens eine Unterkunft hätte.

Dann trennten sich die drei Gefährten: Torolf wollte sich einen Eindruck von der Stadt verschaffen und seine Sehenswürdigkeiten besuchen, Ferondal hatte sich vorgenommen sich dem Studium seiner geliebten Lektüre widmen und Mab hoffte auf dem Markt ein Mittel zur Beruhigung finden, das ihr endlich mal wieder eine Nacht ruhigen Schlafes bescheren sollte.


Seit Wochen wurde Mab von Alpträumen gequält: Die Stadt brannte…
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Welche, das wusste sie nicht. Die Hitze war überwältigend, jeder Atemzug brannte in den Lungen. Alles stand lichterloh in Flammen und in der Mitte des gewaltigen Infernos war der Umriss einer menschlichen Gestalt zu erkennen.

An dieser Stelle wachte sie jedes mal schweißgebadet auf und er wiederholte sich endlos, sobald sie wieder einschlief. Nacht für Nacht. Sie hatte seit Ewigkeiten nicht mehr erholsam geschlafen, was sie äußerst übellaunig machte. Während Mab also schlecht gelaunt am Frühstückstisch saß, verkündete Torolf, er wolle die Stadt erkunden gehen. Sie hatte keine große Lust auf Gesellschaft, aber auf den Markt zu gehen und sich dort ein wenig umzusehen schien ihr eine gute Idee zu sein. Vielleicht fand sie etwas, das ihre Nerven ein wenig beruhigen konnte.


Ferondal begrüßte es sehr ein wenig Zeit für sich allein zu haben, wollte er sich doch dringend dem Studium seiner teuren Lektüre widmen. Es war schwere Kost, daher brauchte er wirklich Ruhe, um sich darin vertiefen zu können. Der Nachmittag verging wie im Fluge und nach einigen Stunden hatte er das Gefühl etwas in sich in Schwingung gebracht zu haben. Eine Art Gleichgewicht, das vorher noch nicht da gewesen war, doch es war ihm plötzlich unmöglich noch weiter zu lesen. Er musste das Werk beiseite legen und ein wenig zur Ruhe kommen.


Torolf besuchte als erstes den berühmten Glockenturm. Es war ein beeindruckendes Gebäude von stattlicher Größe und die Glocke funkelte golden im Schein der Sonne. Sehr schön. Gesehen. Wo geht es weiter? Ah ja, die Kamelstatue. Zielstrebig machte er sich auf den Weg. Er fand sie leicht, auch sie war nicht gerade klein. Glänzend markierte sie das Ende des kleinen Marktes, wo sich die Aromen von Gewürzen, heißem Stein und Kameldung mischten. Er betrachtete die Statue und sinnierte gerade darüber, warum man sie wohl errichtet hatte, als ein Mann an seiner Seite auftauchte und ihn ansprach. Er war Kamelhändler und bot ihm seine Waren feil. Misstrauisch stellte Torolf ihm erst einige Fragen, doch nachdem er von seiner Aufrichtigkeit überzeugt war empfand er große Sympathie für den Mann. Er hieß Kasaak und arbeitete hier in der Außenstelle der westlichen Gemeinschaft der Kamelhändler, die leider nicht besonders gut lief, ihn aber hier fesselte. Er lebte nicht gern hier und vermisste seine Heimat, konnte diese Außenstelle jedoch erst schließen und nach Hause zurückkehren, nachdem er hier alle Tiere verkauft hatte, noch acht Stück an der Zahl. Er erzählte ihm auch, wie es zu der Errichtung dieses Denkmals kam: es gab diese Sage von dem Kamel, der seinen Besitzer bei einem Notfall fünf Tage und fünf Nächte am Stück quer durch die gesamte Wüste von Bahia getragen hatte, bis hierher nach Anfalaat. Es war ein Wahrzeichen für besondere Treue und Hingabe. Kurzentschlossen kaufte Torolf ihm alle acht Kamele ab, inklusive einem, das lahmte. Kasaak hatte nicht versucht diesen Umstand zu verschleiern und ihm dafür einen guten Preis gemacht. Er schlug ein. Zufrieden mit sich selbst kehrte er in sein Zimmer im Gasthaus zurück, um die Bezahlung zu holen. Kasaak würde inzwischen alles für die Übergabe vorbereiten.


Mab schlenderte gedankenverloren über den Markt, sie fragte sich wohl zum einmillionsten mal, was der Traum zu bedeuten hatte und wie sie dieses Inferno verhindern konnte. Ein großer Kräuterstand erregte ihre Aufmerksamkeit. Säcke voll duftender Gewürze standen auf dem Boden und Bündel fremdartiger getrockneter Kräuter hingen von den Stützbalken des Stands. Sie blieb stehen und sog den exotischen Duft ein. Der Händler erkannte seine Gelegenheit sofort und sprach sie an. Sie erklärte ihm ihre Lage und dass sie ein Mittel für erholsamen Schlaf suche. Er lächelte selbstzufrieden, natürlich hatte er soetwas in seinem Sortiment. Er förderte ein Rauchwerk – wie wunderbar! – namens Holzhammers Pfeifenkraut zutage, warnte sie jedoch ausdrücklich davor es pur zu genießen, denn das Zeug haue selbst stärkste Männer um. Er bot ihr ebenfalls eine bereits vorverdünnte Mischung an, die sie dankend ablehnte. Sie kannte sich nun wirklich gut genug mit Kräutern aus, um das selbst zu erledigen. Außerdem könnte sie etwas, das selbst Büffel betäuben konnte vielleicht mal noch brauchen.
Zurück im Gasthaus angekommen ist es später Nachmittag und damit noch früh, doch Mab entschuldigt sich und zieht sich zurück. Sie setzt sich auf den Hocker am Fenster, verschneidet sorgfältig ihre neue Errungenschaft mit dem normalen Kraut und raucht dann genüsslich ihr Pfeifchen. Augenblicklich schläft sie tief und fest ein. Völlig traumlos schwebt sie dahin, durch weißen Nebel und wundervolles Nichts.


Bei einer fröhlichen Mahlzeit sitzen Ferondal und Torolf im Schankraum und tauschen sich aus. Torolf war sehr stolz auf seine Ausbeute auf dem Kamelmarkt und Ferondal fühlte sich immer noch ganz berauscht von dem Wissen, das er in sich aufgenommen hatte. Beschwingt durch den Erfolg der letzten Stunden macht sich Ferondal über eins von Gerris Büchern her. So entdeckt er ein paar interessante Neuigkeiten über die alten Götter Bahias:
In den Grenzlanden dieses Gebietes wurde Gebs Bruder verehrt. Er stellt den Gegenpol zu seiner Macht dar und repräsentiert üppige Fruchtbarkeit, dargestellt durch blühende Oasen. Das steht in krassem Kontrast zur verzehrenden Macht von Gebs Feuer. Das war ihnen neu.
Doch wo war eigentlich Mab? Seit sie sich vor einiger Zeit verabschiedet hatte, war sie nicht wieder aufgetaucht. Sie konnte sich doch unmöglich schon so früh zu Bett begeben haben. Und wo war eigentlich Gerri? Er war seither auch verschwunden. Sie werden doch wohl nicht zusammen…? Magier und Barde sehen sich an. Sie mussten Nachsehen! Vorsichtig schlichen sie sich zu Mabs Tür. Torolf war schneller und linste als erster durch das Schlüsselloch. Er konnte ihre Beine erkennen, schräg von sich gestreckt, so als ob sie auf einem Hocker, oder derlei sitze. Es sah unbequem aus, aber sie rührte sich nicht. “Los, klopf mal”, Ferondal klopfte. Er rief “Maaab? Alles in Ordnung?”. Keine Reaktion. Sie lauschten, dann vernahmen sie ein leises Geräusch, ein Klicken, so als sei etwas kleines zu Boden gefallen, gefolgt von einem Husten. Sie tauschten kurz die Plätze und diskutierten gerade darüber, ob wohl alles in Ordnung sei, als Gerris Stimme aus nächster Nähe ihnen fast einen Herzinfarkt bescherte. “Was macht ihr denn da? Ist das nicht Mabs Zimmer?”. Erschrocken begann Ferondal zu stammeln “Da bist du ja! Wir dachten, vielleicht äh… “ Torolf brachte ihn mit einem Stoß in die Rippen zum Schweigen. “Sie ist nur recht früh auf ihr Zimmer gegangen und wir wollten nur sicher gehen, dass alles in Ordnung ist. Aber sie ist wohl nur eingeschlafen, siehst du?” sagte er und alle drei beugten sich Richtung Schlüsselloch. Genau in diesem Moment kam der Wirt den Gang entlang und sah, wie sie sich alle drei zur Tür beugten. Er runzelte die Stirn und warf ihnen einen vorwurfsvollen Blick zu, während er an ihnen vorbei ging und mit dem Kopf schüttelte. Gerri wurde puterrot, Ferondal trat von einem Fuß auf den anderen und Torolf sagte leicht ärgerlich “ich glaube wir haben genug gesehen, es scheint alles bester Dinge zu sein. Lasst uns gehen”.


Torolf und Ferondal gehen los, um die Kamele bei Torolfs neuem Händlerfreund abholen, der bereits alle Zelte abgebaut hat und sich überglücklich auf seine Heimreise vorbereitet. Erst danach kommt Gerri dazu ihnen zu erzählen, dass er es geschafft hatte eine Karte mit dem kürzesten Weg zur Nadel zu ergattern. Es hatte ihn eine hübsche Summe Geld gekostet, aber er hatte sie bekommen. Sein Gesicht strahlte vor freudiger Erwartung. Die beiden Gefährten sahen sich an, dann die Karte. Wie sie befürchtet hatten: es war eine ganz normale Karte dieser Gegend. Sie fragten ihn, wieviel genau er dafür bezahlt hatte, er nannte ihnen den Betrag. Es war praktisch sein gesamtes Barvermögen gewesen. Torolf stöhnte, Ferondal amüsierte sich prächtig. “Aber Gerri, wir sind in der Wüste! Da gibt es keinen ‘kürzesten’ Weg. Man hat dich betrogen!” Der Barde versuchte noch etwas zu retten und fragte den Bibliothekar, ob er den Mann wiedererkennen würde, der ihn so übers Ohr gehauen hatte. “Aber sicher” sagte Gerri ernst, “er trug ein weißes Gewand”. Ferondal erstickte fast vor Lachen und versuchte diesen Umstand mit einem vorgetäuschten Hustenfall zu maskieren, während Torolf aussah als würde er an Verstopfung leiden. Schließlich brachte der heraus “Ich glaube da lässt sich dann wohl nichts mehr machen. Betrachte es als Lehrgeld”. Sie kehren ins Gasthaus zurück und dank Mab, die für Gerri bereits ein Zimmer gebucht hatte, konnte auch dieser sich zur Nachtruhe begeben.

Am nächsten Morgen trafen sich die Männer zum Frühstück im Schankraum, von der Druidin immer noch keine Spur. Konnte es sein, dass sie immer noch schlief? Gerri beschließt nachzusehen, geht zu ihrem Zimmer und klopft vorsichtig an ihre Tür, doch es regt sich nichts. Er kehrt zum Tisch zurück und nun nimmt Torolf die Sache in die Hand. Er hämmert mit der Faust an ihre Tür “Mab?! Mab, bist du wach?”.

Erschrocken fährt sie hoch, als jemand an ihre Tür hämmert. Krampfig erhebt sie sich von dem Schemel, auf dem sie eingeschlafen ist. Sie klaubt ihre Pfeife vom Boden auf, sie muss sie fallen gelassen haben, als sie so plötzlich eingeschlafen war. Wow, was für ein Teufelszeug! Sie grinste über das ganze Gesicht. Sie hatte die ganze Nacht durchgeschlafen, ohne Albträume! Sie fühlte sich phantastisch. “Mab?! Mab bist du wach?”, hörte sie Torolfs Stimme. “Jaa, bin ich. Ich komme gleich”, das Klopfen hörte auf. Grummelnd entfernten sich seine Schritte. Sie wischte sich einen Sabberfaden mit dem Ärmel ab, ihr Mund fühlte sich staubtrocken an. Sie streckte sich ausgiebig, wusch sich und begab sich zum Frühstück mit den anderen. Sie gönnte sich ebenfalls ein üppiges Mahl, bestehend aus Kamelscheiben auf frischem Ingwer. Eine sehr deftige Mahlzeit für diese frühe Stunde, aber sie hatten ja noch einiges vor sich. Es gab ein ernstes Gespräch mit Gerri, in dessen Verlauf sie ihn dazu brachten hier zu bleiben. Genau genommen hielten es Torolf und Mab für eine äußerst schlechte Idee, während Ferondal keinen Grund sah ihn nicht mitzunehmen. Er erntete von den anderen beiden böse Blicke dafür, doch am Ende nahm Mab Gerri das Versprechen ab hier zu bleiben und ihnen nicht zu folgen.

Sie packten ihren Proviant und drehten eine letzte Runde über den Markt, um gegebenenfalls ihre Bestände aufzustocken. Es schafften in ihre Taschen nützliche Dinge wie Wein, der mit einem Schluck betrunken machte und ein paar Phiolen des Skorpiongiftes “die Tränen der Schlange”, das Mab für sich erstand. Nicht nur kaufte sie es in Torolfs Augen zu einem zu hohen Preis, auch weigerte sie sich zu handeln und verkündete lautstark, sie habe schließlich genug Geld! Der Barde knirschte mit den Zähnen und zog sie fort.


Endlich brachen sie auf und kamen gut voran. Einmal befand sich eine Gruppe Riesenskorpione auf ihrer Route, doch sie entdeckten sie frühzeitig und könnten sie großräumig umgehen. Bei Anbruch der Nacht suchten sie sich eine geschützte Stelle und schlugen ihr Lager auf. Ferondal half Torolf beim Errichten des Lagerfeuers ohne einen Zwischenfall zu verursachen und es war ungewohnt ruhig. Torolf huldigte Geb, während er das Feuer schürte und tatsächlich fiel sogar der Magier mit in die Lobpreisung ein. Mab saß im Sand und betrachtete die Flammen und wie die beiden Männer ihr Tänzchen aufführten. Schon seltsam, wie sich die Dinge entwickelt hatten und wer weiß wo sie noch hinführten. Sie dachte an ihre Albträume, schüttelte den Gedanken jedoch gleich wieder ab. Nicht heute Nacht. Sie war ausgeruht und würde die erste Wache übernehmen. Dann würde sie sich ein Pfeifchen mit ihrem Wundermittel gönnen. Die Männer gingen zu Bett. Plötzlich setzte sich Ferondal neben sie. Er sah sie aufmerksam an, dann sagte er “Gerri mag dich, weißt du?”. Genervt antwortete sie “ja, das weiß ich. Ich mag ihn auch. Ja und? Dich mag ich ja auch”. Er grinste “ich glaube er mag dich ein bisschen mehr”. Sie starrte ihn an “Machst du Witze?!”. Er lächelte immer noch geheimnisvoll, “Ich meine ja nur, vielleicht solltest du ein klärendes Gespräch führen, wenn wir zurück sind”. Sie verdrehte die Augen “und du denkst ihn in einer fremden Stadt zurückzulassen ist nicht deutlich genug?”. Das war lächerlich. Finster starrte sie ihm hinterher, als er aufstand und sich schlafen legte. Als ob sie keine andere Probleme hatte, herrje! Torolf hatte sie vorhin auch schon damit aufgezogen. Zeit für eine kleine Rache, grinste sie in sich hinein. Leise flüsterte sie seltsame Laute in den Sand und kurz darauf erschienen einige Käfer, die schnurstracks in die Schlaflager ihrer beiden Gefährten krabbelten. Sie kicherte in sich hinein, “ruhigen Schlaf, Jungs”.
Nach verstreichen der halben Nacht weckte sie Torolf und ging zu Bett. Sie stopfte sich die Pfeife und schlief noch im Schneidersitz ein.
Torolf wurde von Mab geweckt, er brauchte einen Moment, um sich zu erinnern, dass er die zweite Wache hatte übernehmen wollen. Aber er war so absolut sicher, dass Geb nach dem großartigen Ritual dieses abends heute Nacht über sie wachen würde, dass es Verschwendung wäre aufzubleiben. Es war absolut nicht nötig, dass er sich dafür die halbe Nacht um die Ohren schlug. Mit diesem Gedanken drehte er sich einfach um und schlief weiter.
Glücklicherweise behielt er recht und sie blieben die Nacht ungestört, ob es nun Gebs Werk war, oder nicht.
Mabs kleiner Streich war bis auf ein wenig Käfermatsch im Bett größtenteils unbemerkt geblieben. Schade eigentlich. Aber es hatte sich trotzdem gut angefühlt.


Sie brachen früh auf und kamen gut voran, als sich ihnen plötzlich eine Sturmfront näherte. Ein gewaltiger Sandsturm kam auf sie zugerollt, soetwas wollte man wirklich nicht ungeschützt erleben. Wieder bekamen sich Torolf und Mab wegen einer Trivialität in die Haare, da erreichten sie die ersten Böen. Schlagartig kehrte Ruhe ein. Mab stieg ab, kniete sich auf dem Boden und legte beide Hände auf dem Sand. Plötzlich geriet der Untergrund in Bewegung, zog sich wie eine Welle im Meer zurück und bog sich über sie. So erstarrte die Sandwelle, unter sich ein hübsches geschütztes Plätzchen in das sie, inklusive der Kamele passten. Sie kauerten sich zusammen und ließen den Sturm unbeschadet über sich hinweg rollen.
Nachdem der Sturm vorüber gezogen war konnten sie nur noch wenige Stunden reisen, bevor sie wieder Lager machen mussten.

In dieser Nacht verzichtete Mab auf das neue Pfeifenkraut und so kamen mit dem Schlaf auch die Träume, aber sie hatten sich verändert. Feuer. Und in der Mitte eine Gestalt. Sie versuchte darauf zuzugehen und das Feuer wich zur Seite, machte den Blick auf eine Lichtung frei. Eine Szene die sie kannte: es war der Hain der Beschützer aus ihrer Heimat und am höchsten Punkt saß der Beschützer selbst, in seiner Wolfsgestalt. Sie lief auf ihn zu, doch je schneller sie wurde, desto weiter schien er entfernt zu sein. Sie hielt an, “Varya heru!” rief sie ihn in der Sprache der Alten. Er drehte den Kopf und sah sie an. Seine Worte klangen in ihrem Kopf “Halte durch, Kind. Es ist nicht mehr lang”, dann schlugen die Flammen hoch. Sie wachte auf.

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Des Käfers Lösung
Ein Sukkubus auf Abwegen

Des Käfers Lösung

Sie brauchten eine präzisere Karte. Diese hier war zu ungenau. Sie konnten die Quelle des faulen Zaubers nun sicher auf Tesserdan begrenzen, aber nun mussten sie es genauer wissen. Torolf erklärte sich bereit erneut den Händler aufzusuchen und eine solche zu besorgen. Mittlerweile war es Abend geworden, aber in dieser heißen Gegend fand ein Großteil des Handels tatsächlich zu den kühleren Abendstunden statt.
Zügig fand er den Kartenhändler wieder und auch das gewünschte Format, doch der Mann wollte ihn ausrauben! Zwölf Münzen für einen Gegenstand, der vielleicht die Hälfte wert war. Das sei der Abendzuschlag, erklärte der Mann mit einem Lächeln. Mehrere Münzen Aufschlag als Abendtarif?! Der wollte ihn wohl auf den Arm nehmen! Dazu war er nicht bereit, egal wie dringend sie die Karte brauchten. Er würde morgen noch einmal wieder kommen und sein Glück versuchen.
-

Torolf verschwand für eine Weile, kehrte dann aber mit leeren Händen zurück. Scheinbar hatte der Händler doch schon geschlossen und er musste morgen nocheinmal hingehen.
Am nächsten Tag verdrückte Mab sich, um Gerri noch einen Besuch abzustatten und die Abschrift des Buches bei ihm abzuholen. Er freute sich sie zu sehen und wie versprochen war es fertig, scheinbar hatte er die ganze Nacht daran gearbeitet. Sie bedankte sich herzlich, hielt es aber kurz und kehrte so schnell wie möglich wieder ins Gasthaus zurück.


In der Zwischenzeit hatte Torolf seinen Kartenhändler wieder aufgesucht. Doch dieser Schuft wollte ihm wieder zu viel Geld abknöpfen, stets unter dem Argument eines Sondertarifs. Jetzt wurde es ihm wirklich zu bunt, er verlangte die Marktaufsicht zu sprechen. Und urplötzlich wurde der Händler ganz handzahm: “Aber, aber, mein guter Freund, wer wird denn gleich die Marktaufsicht rufen?! Wir können uns doch sicher irgendwie einigen! Wie viel wärt ihr denn bereit zu zahlen? Vier Münzen? Na, das klingt doch wunderbar!”. So war das schon eher nach Torolfs Geschmack. Nun stolzer Besitzer einer detaillierten Karte, zu einem äußerst günstigen Preis, begab er sich zurück zum Gasthaus, wo ihn der Magier in seinem Zimmer empfing. Sogleich begannen sie mit den Vorbereitungen für das Ritual begannen, damit sie anfangen könnten, sobald Mab zurück war und kurze Zeit später tauchte die Druidin auch schon wieder auf. Wieder vollzählig verloren sie keine weitere Zeit mehr.

Fernondal ließ seine Magie wirken und wie schon zuvor, geriet die Kugel in Bewegung. Sie zog ihre Kreise auf der Karte in immer enger werdenden Spiralen, bis sie schließlich auf einer Straße stehen blieb. Treffer! Dort war die Quelle der finsteren Macht, die die unselige Käferplage beschwor, zu finden. Es war die Straße zur kleinen Glocke im Händler-Viertel an der Ecke mit der unwirklichen Brücke. Die war eine beeindruckender Anblick: sah man sie zusammen mit ihrer Spiegelung in dem kleinen Fluss, über die sie sich spannte, bildeten sie zusammen einen perfekten Kreis. Unm_gliche_Br_cke.jpg
Es war architektonisches Meisterwerk, jedoch ein unpraktisches. Das merkte man spätestens dann, wenn man die Brücke überqueren musste. Ein unmöglicher Steigungswinkel machte es nötig sich an einem Geländer entlangzuhangeln, um nicht den Halt zu verlieren, oder hinzufallen. Jedenfalls atmeten alle erleichtert wieder auf, als sie sie hinter sich hatten. Sie zu betrachteten bereitete definitiv mehr Vergnügen, als sie zu benutzen.
Auf der anderen Seite angekommen sahen sie sich nach dem richtigen Gebäude um und konnten es bald ausmachen. Laut dem Klingelschild wohnte hier ein gewisser Adrian Rabe. Merkwürdig: ein Klingelschild an der Tür des Bösen. Sie sahen sich an und zuckten mit den Schultern, sie mussten da irgendwie rein. Mab umrundete das Gebäude einmal, konnte aber nichts hilfreiches ausmachen. Also doch der direkte Weg: sie klopften.
Adrian Rabe hatte langes schwarzes Haar und war ansonsten ein völlig durchschnittlicher und unscheinbarer Student in den Zwanzigern. Torolf legte sofort los: sie seinen vom Triumvirat des hiesigen Prüfungsausschusses der Universität von Tesserdan und führten eine Stichprobenartige Umfrage zum Werdegang von Langzeitstudenten durch… und so weiter und so fort. Er bat sich und die Gruppe praktisch selbst hinein, wo er sie an einen großen Tisch im Hauptraum navigierte. Und während er den armen Jungen, der gar nicht wusste wie ihm geschah weiter in Grund und Boden redete, begann Ferondal sich umzusehen. Reagenzgläser, diverse magische Gerätschaften, Grundlagenbücher… alles nichts besonderes. Das passte zu den Angaben des Jungen die verschiedensten Felder belegt zu haben: ein paar Semester angewandte Magie, Rechnungswesen, Tränke brauen, ect. Nichts Außergewöhnliches, nur recht sprunghaft. Das Gespräch kam auf einen weiteren Bewohner dieses Hauses: die Freundin Gezelle. Die drei Gefährten sahen sich an.
Torolf hakte nach, aber scheinbar wollte sich die Dame des Hauses nicht hinzugesellen, sondern die Privatheit ihrer Räume genießen. Allen außer Adrian war sofort klar, dass sie das Ziel sein musste. Sie drängten den Studenten ihnen mehr vom Haus zu zeigen, doch dieser wollte sie eigentlich lieber loswerden, scheiterte jedoch an der Hartnäckigkeit des Barden. Plötzlich meldete Mab sich zu Wort, sie müsse sehr dringend auf die Toilette, wo sie denn zu finden sei. Adrian führte sie in einen kleinen Flur mit Treppe, an deren Fußende sich der Waschraum befand. Sie bedankte sich und verschwand darin, während Adrian in den Hauptraum zurückkehrte.Torolf drängte Adrian mittlerweile mit Nachdruck Richtung Treppe, da kam ihnen eine junge Frau entgegen. Jung, schlank, kastanienbraunes langes Haar. “Adrian”, sagte sie “was machen denn diese Leute hier?”. Das musste Gezelle sein und sie trieb die Gruppe nun wieder zurück in den Hauptraum. Mab machte sich gerade bereit sich zu verwandeln, um sich ins obere Stockwerk zu schleichen, da klopfte es an der Klotür. Wer zum…? Ferondal! “Was machst du hier?!” zischte sie ihn an. “Naja,… willst du dich nicht verwandeln?” “Doch natürlich wollte ich das gerade, bis du an die Klotür geklopft hast!”. Eine Stimme aus dem Wohnzimmer wehte zu ihnen herüber, sie rief “Alles in Ordnung bei ihnen?”. Mab und Ferondal sahen sich an. Doch während Mab beunruhigt aussah, grinste der Magier bloß breit und rief ganz entspannt zurück “Alles bestens, das dauert bei Mab wohl nur ein bisschen länger”. Die Druidin wurde rot, aberFerondal wandte sich bereits schon wieder zum Gehen. “Beeil dich” flüsterte er noch, dann war er auch schon durch die Tür. Mab atmete tief durch, es galt keine Zeit zu verlieren. Sie konzentrierte sich und im nächsten Augenblick huschte eine kleine rot-gestreifte Katze die Treppe ins nächste Stockwerk hinauf.

Gezelle erhöhte den Einsatz. Sie bestand drauf eine schriftliche Bestätigung zu sehen, dass die Gefährten wirklich von der Universität seinen. Ferondal warf sich in die Brust. Er zog die pyromanische “Leihgabe”, die er mittlerweile stets bei sich trug aus den Falten seines Umhangs hervor und warf es triumphierend auf den Tisch. “Hier!”, donnerte er, “dies ist die heilige Schrift der Feuermagier von Kalaa. Das sollte wohl als Beweis genügen”. Tatsächlich tat es das nicht. Denn weder war Gezelle so naiv wie ihr Freund Adrian, noch auf den Kopf gefallen. Jetzt wurde es brenzlig. Grummelnd sammelte der Magier seinen Schatzz wieder ein.

Torolf sprang ein: “Durch die Verordnung des Universitätsregisters von Tesserdan, Paragraph 7 Absatz 3 b Unterparagraph 6 sind wir berechtigt – und verpflichtet – stichprobenartige Untersuchungen der Schülerschaft zum Zwecke der Erfassung von Umverteilung durchzuführen…”. Gezelle hob das Kinn, “ich möchte, dass ihr geht”. “Aber das ist doch Adrians Haus, oder nicht?”, konterte der Barde. Gezelle verschränkte die Arme, “Adrian, ich möchte, dass diese Leute das Haus verlassen. Jetzt!”. Adrian erhob sich, “ihr müsst jetzt wirklich gehen”. Torolf setzte eine bockige Miene auf, “und was wenn nicht?”. Adrian sah zu Gezelle “Ruf die Wachen!”, dann wieder zu Torolf “Na los, ruf die Wachen”. Hilflos zuckte er mit den Schultern und verließ das Haus.

In der zwischenzeit hatte die kleine rote Katze Gelegenheit gehabt sich in das Zimmer des oberen Stockwerks zu begeben und sich dort umzusehen. Und es erwartete sie ein völlig normales Schlafzimmer: Ein Bett, ein Schrank, ein paar Kissen, Tisch, Stuhl, ein Bücherregal. Insgesamt sehr enttäuschend. Neugierig sah sie sich weiter um, da entdeckte sie unter dem Tisch einen geheimen Mechanismus. Im unteren Stockwerk wurden Stimmen laut, also keine Zeit für Zaudern. Sie betätigte den Mechanismus und das Bücherregal schwang zur Seite und offenbarte den Blick auf einen versteckten Raum. Sie ging näher heran und jetzt war klar, dass es das war, was sie gesucht hatten: ein Pentagramm auf dem Boden, unzählige tote Käfer darin verteilt, ein alter Lederband in einem Regal. Sie musste unbedingt Ferondal holen. Sie verwandelte sich zurück und stürmte die Treppe hinunter.

Sie war noch nicht ganz unten angekommen, da sah sie durch die offene Tür, dass Gezelle ihre schöne Haut abgeworfen hatte und nun ein riesiger gehörnter Sukkubus-Dämon vor ihnen stand. Na toll, nun hatteTorolf es geschafft: er hatte sie gereizt, bis sie aus der Haut fuhr. Ferondal schwang dramatisch die Arme, machte eine werfende Bewegung und ein unsichtbares Netz schloss sich um den Sukkubus und zog sich zusamen. Sichtlich zufrieden wandte er sich Mab zu, um ihr ins obere Stockwerk zu folgen, als es einen gewaltigen Schlag machte. Die Wände bebten, der Tisch splitterte, die Kolben und Reagenzgläser in den Regalen schepperten und der Sukkubus stand ungebunden und völlig unbeeindruckt mitten im Raum. “Dreck!”, dachte Mab und noch während sie auf den Dämon zustürzte verwandelte sie sich. Torolf war schneller. Blitzschnell hatte er Gebs geweihten Dolch gezückt und warf ihn auf die verwandelte Gezelle. Der Dolch traf und brachte ihr eine fiese Schnittwunde bei, brachte sie aber sonst nicht weiter ins Schwitzen. Auch Ferondal war nicht untätig. Er warf seine Robe bis zum Bauch ab und riss die Arme in die Höhe, die Runen auf seiner Haut begannen zu leuchten. Wabernder Dunst umgab ihn, es war wirklich ein beeindruckender Anblick, besonders wenn er nackt war. Aber außer, dass er aussah wie eine geweihte Fackel, setzte kein nennenswerter Effekt ein. Mab griff an. Ein massiger Bär mit den Hörnern eines Stiers und einem riesigen Skorpionschwanz stürzte sich auf den Sukkubus. Sie rammte das Wesen frontal, jedoch glitten ihre Hörner an irgendetwas ab und traf nun mit der Breitseite relativ harmlos auf den massiven Körper. Verblüfft stieß die Druidin ein mattes Uff aus, als sie von Händen wie Stahlzangen hochgehebelt und wie eine Stoffpuppe gegen die Hauswand geschleudert wurde. Der Aufprall war so heftig, dass sie sie durchschlug und nur unter Zuhilfenahme ihrer Krallen verhindern konnte in den Fluss zu schlittern. Sofort griff sie erneut an, versetzte dem Sukkubus einen bösen Stich mit ihrem Giftstachel. Doch entweder hatte sie schlecht getroffen, oder das Gift war nicht so wirkungsvoll wie sie gehofft hatte.
Der gehörnte Dämon grinste, Oh oh. Zwischen ihren schwarzen Fingern begannen sich kleine Flämmchen zu bilden. Sie züngelten kurz um ihre Finger, dann verlängeten sie sich zu Strahlen und schossen auf die drei Gefährten zu. Wie ein Netz breiteten sie sich von dem Sukkubus in ihre Richtung aus. ….. Der Kampf entbrennt. Mab gelingt es sich durch die Verwandlung in eine Ameise zu retten, Torolf ruft die Macht Gebs um Hilfe und Schutz an, Ferondal verteidigt sich, muss aber einiges einstecken, als er in einen Tisch mit Reagenzgläsern geworfen wird. Doch letztendlich richten sie mit vereinten Kräften genügend Schaden an, um den Sukkubus in die Knie zu zwingen…

“Das Haus fängt Feuer. Schwarzer Qualm zieht über die Wände, die letzten verbliebenen Reagenzgläser zerreißen unter ohrenbetäubendem Splittern in der Hitze der Flammen, ein unheimliches Flackern beleuchtet die ganze Szene. Der Sukkubus stößt einen letzten Schrei aus, bevor er in einer gewaltigen Wolke schwarzen Qualms zerstäubt. Und damit jeder Beweis für ihre Geschichte, wird ihr klar. Mab sieht sich um: das Haus gleicht einer Ruine: die Einrichtung ist verwüstet, eine Wand fehlt, der Rest brennt, oder schwelt vor sich hin. Ferondal sitzt mit halbnacktem Oberkörper und irrem Grinsen dampfend im Fluss, Torolf rollt seine Ärmel herab und klopft sich den Staub aus seiner geliebten Robe. Sie seufzt. Vorsichtig zupft sie am Gefüge der Geisterwelt und ruft ein paar kleine Elementare des Wassers zu sich. Das Wasser der Flüsschens beginnt zu gurgeln und Rotieren, dann erhebt es sich aus seinem Bett und wirbelt zum Haus hinüber, wo es sich in einem gewaltigen Schauer ergießt und die Flammen erstickt. Ferondal sitzt immer noch in dem mittlerweile trockenen Flussbett und sieht glücklich aus. Es entsteht Trubel auf der Straße, Schaulustige und Wachen strömen herbei. Was in Mab spontan das Grauen weckt, ist das perfekte Publikum für Torolf. Selbstsicher wendet er sich ihnen zu und beginnt umgehend die Sagen ihrer Heldentaten zu spinnen. Er kurbelt seinen Charme auf Anschlag und völlig kritiklos begleiten die Wachen ihn und Ferondal in das obere Stockwerk zu dem Pentagramm, wo der Magier das Buch sicherstellt. Dann sammeln sie den verstörten Adrian unten ein und marschieren, die Wachen im Schlepptau, schnurstracks zur Universität, wo sie umstandslos in das Zimmer von Alfons Jazaa platzen. Dort laden sie den jungen Studenten ab, der sicher einer gründlichen Untersuchung auf bleibende Schäden bedarf, knallen ihm das Buch auf den Tisch und rauschen hinaus.”

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Auf den Spuren der Käfer
Kammerjäger gesucht

Auf den Spuren der Käfer

Völlig verkatert traten sie auf die Straße, Mab auf Torolfs Schulter gestützt. Es war zu laut, zu hell und viel zu früh. Zumindest wenn man so gefeiert hatte. Was machten sie eigentlich hier?! Wenn sie Ferondal drinnen nicht gefunden hatten, dann würden sie das hier draußen vor der Tür mit Sicherheit auch nicht. Sie beschlossen wieder hinein zu gehen und bei einem deftigen Frühstück im Gasthaus auf ihn zu warten. Das rauschende Fest hatte sie eine Stange Geld gekostet, aber immerhin hatte ihnen das einen Tipp eingebracht. In der Stadt gab es eine Koriphae auf dem Gebiet alter Kulturen Bahias und ihrer Gottheiten, Oberstudienrat Alfons Jazaaa. Den wollten sie aufsuchen.

Einige Zeit später machen sie sich alle zusammen auf den Weg zur Universität. Torolf ist sich absolut sicher, dass er weiß wo es hingeht , und sie niemanden nach dem Weg fragen mussten. Die beiden anderen folgen ihm einfach. Selbstsicher navigiert er durch die Straßen, bis sie plötzlich auf einem Friedhof stehen, auf dem gerade eine Beisetzung stattfindet. Wie sie da so standen, war die Situation war ein wenig unangenehm. Und sie wurde auch nicht dadurch verbessert, dass Ferondal plötzlich verkündet “Ich mag es, wenn Menschen weinen”. Barde und Druidin tauschen einen irritierten Blick, dann scheint sich Torolf neu zu orientieren und schreitet energisch aus, an der Prozession vorbei, in Richtung der Friedhofsmauer am anderen Ende. Über diese geklettert fällt ihr Blick dann auch auf die weitläufigen Gründe der hiesigen Universität. Auf zum Oberstudienrat.

Doch zunächst fanden sie die Bibliothek. Dort wollte Ferondal nach einem Buch zur Pyomantie suchen (Geister und Götter stehen uns bei!) und Torolf wollte aus naheliegenden Gründen dringend mehr über Geb erfahren. Der Verwalter der Bücherei war zugleich Jazaaas Sekretär, denn er teilt ihnen mit, den Oberstudienrat könne man nur nach terminlicher Vereinbarung sprechen, ob sie denn einen solchen hätten? Torolf macht einen langen Hals, in der Hoffnung “unauffällig” einen Blick in das Terminbuch des Verwalters werfen zu können. Mab bemerkt das und eilt ihm Zuhilfe: direkt vor dem Schreibtisch des Herrn stehend, beginnt sie konzentriert die Schnürung ihrer Robe an Bauch und Dekolleté nachzuziehen. Sie denkt, einen Versuch sei es wert, Torolf brauchte ja nur einen Moment der Ablenkung. Sie hatte an Oberweite zwar nicht viel vorzuweisen, aber wenn man sie Männern direkt vor die Nase hielt, oder tiefe Einblicke gewährte, dann starrten sie trotzdem wie gebannt hin, egal wie wenig man zu bieten hatte. Es war wie ein Naturgesetz. Und es funktionierte: der Bücherwurm war so gebannt von dem Anblick, dass er die Zettel sogar über die Tischkante stieß. Sie glitten direkt vor Torolfs Füßen zu Boden, wo er sie galant für den Sekretär aufhob und ihm zurück gab. Selbstverständlich hatte er jetzt was er brauchte: einen Namen. “Ich bin Sagittarius von Walde. Natürlich habe ich einen Termin bei Oberstudienrat Alfons Jazaaa”. Das Männlein beugt sich über seine Unterlagen. “Ach ja, da steht es. Das ist in etwa einer Stunde. Ich müsste sie bitten solange hier zu warten”, er lächelt freundlich und wirft Mab einen verstohlenen Blick zu. Das trifft sich hervorragend, um noch die gewünschten Bücher einzusehen. Der Sekretär, der sich übrigens als Geri vorstellt, rattert aus dem Kopf Gang, Reihe und genaue Position der gesuchten Schriften. Beeindruckend. Barde und Magier marschieren los. Torolf begibt sich also ohne Umwege zu Regal 15B, Reihe 32, 3. Reihe von unten, 25. Buch von links, wo er wie angekündigt den vierten Band der Geschichtensammlung “Die Geschichte der alten Götter Bahias” findet. Und Mab schlägt eine Essenseinladung des Bibliothekars aus, um ein Auge auf Ferondal zu haben. Naja, nicht nur deshalb. Aber den Magier mit Tendenz zur Zündelei, umgeben von leicht brennbaren Kostbarkeiten allein zu lassen, schien ihr keine gute Idee. Sie folgt ihm durch die Gänge und hilft ihm die gesuchte Position zu finden. Sofort vertieft er sich in seine Literatur. Vorsichtig sieht Mab sich um. Die große Bibliothek von Tesserdan fasste die größte Sammlung akademischer Abhandlungen auf ganz Bahia. Gerri, der Bibliothekar versucht sich hinter einem Regal zu verstecken, als sie sich umdreht. Ihre Katzenaugen glänzen, sie liebt Versteckspiele. Sie machte sich einen Spaß daraus, ihn ein wenig durch die Buchreihen in Ferondals Nähe zu jagen, dann macht sie sich auf den Rückweg.
Nachdem etwa eine Stunde vergangen war, treffen sich alle wieder am Ausgangspunkt. Ferondal hat das Buch über Pyromantie noch unter dem Arm, er will um eine Abschrift bitten. Torolf hat sich ohne große neue Erkenntnisse zu erlangen mit der angegebenen Quelle beschäftigt, als Gerri erzählt, dass es leider immer wieder erforderlich sei Bücher zu reparieren. Im Augenblick arbeite er an der Restauration von Band eins über “Die Geschichte der alten Götter Bahias”. Torolfs Augen glänzen. Gleichzeitig wird Ferondal am anderen Ende der Halle auf die Ankunft eines stattlichen Elfen aufmerksam, der ganz danach aussieht der richtige Sagittarius von Walde zu sein. Wie ein gut synchronisiertes Uhrwerk reagieren die drei Gefährten gleichzeitig:
Torolf verlangt nun umgehend zum Oberstudienrat vorgelassen zu werden.
Ferondal wendet sich dem echten Sagittarius von Walde zu und eilt ihm entgegen.
Mab sieht was er vorhat und steckt ihm im Vorbeigehen das Fläschchen mit dem lila Zaubertrank zu, der einen mit Glückseligkeit erfüllte, den sie noch von ihrem Abenteuer auf dem Schiff bei sich trug. Dann erkundigt sie sich bei Gerri nach den Besonderheiten der Buchrestauration und äußert den Wunsch, soetwas einmal sehen zu können. Gerris Augen leuchten. Geistesabwesend schickt er Torolf durch das Treppenhaus nach oben, zum das Büro des Oberstudienrats. Dann wendet er sich an Mab “ich zeige es ihnen gern, bei mir Zuhause” “Wunderbar”, willigt sie ein. Gerri wendet sich um, “Harald! Du musst mich vertreten, ich mache Pause”.

Ferondal tritt auf den fremden Elf zu. “Ihr seid Sagittarius von Walde? Ich bin hier, um euch in den großen Saal zu geleiten”. Der Mann bleibt stehen, “Ihr seid für mein Wohl zuständig? Das wird aber auch Zeit, dass man mich hier angemessen bewirtet. Auch als Buchhalter hat man ein wenig Anerkennung verdient” und folgt dem Magier ohne Umschweife. Dumm ist nur, dass er sich hier überhaupt nicht auskennt. Da würde er jetzt wohl improvisieren müssen. “Wir treffen uns im großen Saal?” fragt der Mann während sie gehen, “bisher haben wir uns immer in seinem Büro unterhalten”. “Ja,” sagte Ferondal mit wichtiger Stimme, “heute bestand er darauf, dass sie sich im großen Saal treffen”. Er stößt die Flügeltüren zu einem Raum auf, in dem einige Studenten sitzen. “Was sitzt ihr hier immer noch rum?” blafft er die jungen Leute an. “Wisst ihr denn nicht wer das hier ist?! Nun macht endlich, dass ihr weg kommt!”. Ob nun vor Überraschung, oder wegen seines Befehlstons ist unklar, aber sichtlich verunsichert stehen die Studenten auf und verlassen eilig den Raum. Erleichtert dreht Ferondal sich zu dem Buchhalter um und bietet ihm einen Platz an. “Bitte, setzt euch. Was kann ich euch anbieten, einen Tee? Der Professor wird gleich für euch da sein und in der Zwischenzeit würde ich euch gern etwas bringen”. Erfreut über dieses Maß an Zuwendung nimmt der große Elf Platz. “Einen Süßholzraspeltee mit einer Prise Meersalz. Nicht dieses grässliche Zeug von letztem mal!”, angewidert verzieht er bei der Erinnerung daran das Gesicht. “Selbstverständlich. Kommt sofort!”. Hilflos dreht Ferondal sich um. Drei Türen stehen ihm zur Auswahl und er hat keine Ahnung, welche ihm zu einer Tasse Tee verhelfen könnte. Es half nichts, er musste es ausprobieren und das beste daraus machen. Er atmet tief durch, öffnet eine Tür und tritt ein. Und zwar in einen schmierigen Klumpen undefinierbarer Herkunft, der auf dem Boden der Abfallkammer klebt, die sich dummerweise hinter dieser Tür verbarg. So ein Mist. Er macht schnell einen Rückzieher und versucht die nächste Tür. Die Küche der Mensa, den Göttern sei Dank! “He!” schnauzt der Koch mit starkem Dialekt “du trägst hier den ganzen Dreck rein”. Ferondal beschließt, dass Ablenkung die beste Strategie ist und erwidert mit gewichtiger Stimme “Sagittarius von Walde sitzt in der Halle und erwartet einen Tee. Und zwar einen Süßholzraspeltee mit Meersalz verfeinert und einem Schuss von dem hier” und reicht dem Koch die Phiole mit dem lila Trank (s. Items). “Ach ja, der Sagittarius. I weiß scho, des mach I”. Ferondal bedankt sich und kehrt zu Sagittarius zurück. “Mein lieber Freund, ich gehe nun den Professor über eure Anwesenheit informieren. Der Tee wird euch umgehend serviert werden”. Und damit tritt er die Flucht an.

Torolf begibt sich direkt in das Büro des Oberstudienrats, wo der ihn einigermaßen verwundert begrüßt. Es war ein schwieriges Gespräch, denn Alfons Jazaaa besitzt offensichtlich eine heikle Vorgeschichte, die der Barde dummerweise nicht kennt und die den Mann äußerst misstrauisch macht. Schlussendlich ist klar, dass der Herr Professor jegliche Verbindung zu den Vorkommnissen mit den Käfern strikt von sich weist und jeden Verdacht in diese Richtung sehr persönlich und äußerst übel nimmt. Einziger nützlicher Hinweis dieses Gesprächs ist ein Verweis auf ein ganz bestimmtes Buch über Lokalisierungszauber und die wahrscheinliche Möglichkeit damit die Quelle des Übels geographisch auszumachen. Also noch ein Buch, kein Problem. Er verlässt das Büro und trifft auf dem unteren Flur auf Ferondal, der gehetzt aus einer Flügeltür gestürmt kommt. Er will unbedingt auch noch zu Jazaaa, doch das redet der Barde ihm aus und schleppt ihn zurück mit in die Bibliothek, um das Buch über Lokalisierungszauber zu suchen. Leider hatten sie nun das Pech, dass nicht mehr Gerri hinter dem Tisch des Bibliothekars steht, sondern seine Vertretung Harald und dieser ist bei weitem nicht so schnell darin, den Standort des gesuchten Buches auszumachen. Es dauert eine Weile, doch dann findet er es schließlich doch noch. Währenddessen versucht Ferondal sich unauffällig am Teppich den Matsch vom Schuh zu reiben, der Dreck klebt nun direkt vor dem Schreibtisch des Bibliothekars auf dem Boden und lässt sich hartnäckig nicht verreiben. Der Magier schwitzt. Nachdem Harald das Buch ausgemacht hatt, eilen sie die Regalreihen entlang und finden es an der angegebenen Stelle. Torolf steckt es einfach ein und überredet auch Ferondal sein Buch hinauszuschmuggeln, der eigentlich nur um eine Abschrift hatte bitten wollen. Nachdem sie nun haben was sie wollen, schlüpfen sie aus dem Gebäude und machen sich auf den Weg Richtung Gasthaus.

In der Zwischenzeit schlendert Mab mit dem Bibliothekar durch die Stadt zu dessen Haus, während er sie glücklich von der Seite anstarrt. Er erzählt über Bücher und sie stellt Fragen zu den Techniken der Restauration. An seinem Haus angekommen hält er ihr galant die Tür auf und lädt sie ein einzutreten. Sie sieht sich um. Es ist ein schlichtes, unscheinbares Heim mit vielen Regalen voller Bücher, aber keine Spur von einer Werkstatt. Sie fragt danach. Es gab einen gruseligen Moment, in dem der kleine Mann angeleuchtet von einem Streifen Licht von einer halb angelehnten Kellertür steht und antwortet “Die ist im Keller. Darf ich bitten?”. Sie blinzelt einmal kurz, dann lächelt sie und tritt hindurch. Das Gefährlichste in diesem Keller wird sie selbst sein.

Unten angekommen kann sie ein Wirrwarr unterschiedlichster Gerätschaften bewundern. Angefangen mit irgendwelchen Spannvorrichtungen, in denen Buchseiten zum Glattziehen eingesetzt sind, bis hin zu mit Harzen getränkte Pinsel. Sie zeigt auf eine Buchseite, die mehrere verblasste Symbole zieren. Mit stolz geschwellter Brust erklärt er der Druidin, dass diese Seite dem ersten Band der “alten Götter Bahias” entstammt und derzeit von ihm wieder aufgearbeitet wurde. Die kaum mehr leserlichen Schriftzeichen mussten erneuert werden und dafür bedurfte es natürlich großer Fachkenntnis. Sie erkundigt sich, ob er auch Abschriften für wissbegierige Besucher anfertige, doch bei diesen Worten erschreckt der Mann regelrecht, das sei nicht erlaubt. Das erscheint ihr unlogisch und es entsteht eine Diskussion darüber, ob diese Regel im Sinne der Bildung und Bewahrung kostbaren Wissens sei, oder nicht. Der Bibliothekar wand sich, denn er mochte seine Regeln und das Kopieren von Schriften war verboten. Doch er ist für Mabs Argumentation nicht gänzlich unempfänglich. Schließlich sagt er “Ich schlage folgendes vor: ich mache euch eine Abschrift dieses Buches, wenn ihr dafür mit mir Essen geht” “Einverstanden”. Er strahlt, “morgen früh könnt ihr sie abholen. Was möchtet ihr Essen? Es gibt nicht weit von hier ein ausgezeichnetes Kalaasches Lokal, wie wäre es damit?”. Wieder einmal heimische Küche zu kosten kommt ihr nicht ungelegen, also willigt sie ein und sie gerufen gleich los. Die Gerichte sind leider nur ein müder Schatten ihrer Originale, doch das ist sicher schon allein dem Umstand zu schulden, dass ein Großteil der Zutaten importiert werden musste, da sie hier nicht wuchsen. Gerri monologiert fast ununterbrochen über Bücher und ihre Pflege, doch was er erzählt findet sie tatsächlich interessant. Und so verbringt sie einen recht angenehmen Nachmittag. Auf einmal sieht er sie mit großen Kuhaugen an und statuiert “Ich bin ein guter Fang, wissen sie?”. Das bringt Mab nicht aus der Ruhe und sie bestätigt ihm voller Überzeugung, dass keine Bücherei der Welt auf ihn würde verzichten wollen! Sie stellt ihm noch ein paar Fragen zur Universität und sein Verhältnis zum Professor, aber sie kann nichts ungewöhnliches ausmachen.
Nach geraumer Zeit bedankt sie sich schließlich für das wunderbare Essen und verabschiedet sich mit dem Versprechen, die Abschrift morgen bei ihm abholen zu kommen.

Auf dem Rückweg zum Gasthaus läuft sie fast in Torolf, der den Magier im Schlepptau hatte. Noch bevor sie fragen kann, was sie herausgefunden hatten, beginnt es aus der Manteltasche des Magiers zu qualmen. Schuldbewusst greift er in seinen Umhang und fördert ein Buch zutage, dessen Seiten bedrohlich schwelen. Genau genommen kann er es kaum anfassen und muss es zu Boden fallen lassen. Mab verliert fast die Nerven, “Du hast es mitgenommen?! Hast du den Verstand verloren?”. Zerknirscht sieht er sie an, “Geliehen! ” konstatiert er, aber Mab kommt richtig in Fahrt. “Wie dämlich ist es in einer Bibliothek genau das Buch zu klauen, nach dem man eben gefragt hat?!” und bohrt ihm dabei ihren Zeigefinger in die Brust. “Geliehen!”, kommt es gleichzeitig aus den Münden beider Männer. Böse funkelt sie die beiden an. Gleichzeitig redeten sie irgendwelchen Unsinn, um ihr zu versichern, dass das gar kein Problem sei und Torolf benahm sich besonders auffällig. Der hatte mit Sicherheit auch noch was aufgefressen. Aber es half nichts, es ließ sich jetzt nicht mehr ändern und sie standen auffällig auf der Straße. Sie verdreht die Augen und hebt die Hände, “Schon gut, schon gut. Darüber unterhalten wir uns noch. Doch erstmal gehen wir zurück in unsere Räume im Gasthaus, wo wir unter uns sein können”.
Gesagt, getan. Sie treffen sich alle in Ferondals Zimmer, wo schließlich auch Torolf ein Buch unter seiner Kleidung hervor zaubert. Mab stöhnt. “Ihr müsst völlig den Verstand verloren haben”, sie rauft sich die zerzausten Haare. “Ist dir eigentlich klar, dass ihr eben den Mann beklaut habt, mit dem ich den ganzen Nachmittag verbracht habe, um dir eine Abschrift dieses blöden Buches zu besorgen, das du” – und damit rammt sie dem Barden den Zeigefinger in die Brust – “unbedingt haben wolltest?!”. Mit einem frechen Grinsen im Gesicht und den Worten “wir bringen sie gleich morgen früh als erstes zurück, das merkt gar keiner”, wedelt er ihre Bedenken beiseite. Frustriert gibt sie es auf und lässt sich nun erzählen, was sie verpasst hatte. Dann machen sie sich sogleich daran das Buch über die Lokalisierungszauber nach dem passenden zu durchsuchen. Treffer! Dazu brauchten sie einige Zutaten:
Eine metallische Kugel,
das Symbol einer Reise, oder eines Abenteuers
einen Anker, der den Zauber mit der Quelle verband und
eine Karte.

Gut, Karte und Kugel sicher kein Problem, das würden sie auf dem Markt finden. Das Symbol eines Abenteuers sei laut Torolf eindeutig der Kopf des Sklavenhändlers, den dieser seit des Gefechts bestand mitzuschleppen und der im Augenblick in einer Ecke seines Zimmers vor sich hin moderte. Einfach widerlich. Aber so erfüllte die gruselige Trophäe immerhin noch einen Zweck (und war danach hoffentlich unbrauchbar). Der Anker war ein Problem, dazu benötigten sie einen Bestandteil der Käfer. Wo sollten sie das auf die Schnelle hernehmen? Aber als Ferondal das besorgt zur Sprache bringt, zuckt Mab lässig die Achseln und sagt, “das ist keine Problem, ich habe etwas Käferstaub dabei”. So als ob es die natürlichste Sache der Welt sei, den zermahlenen Staub magischer Riesenkäfer mit sich herumzutragen. “Wo… wieso?” bringt Torolf fast schockiert heraus. ‘Sagt der Mann mit dem abgetrennten Kopf im Handgepäck”, denkt Mab. “Na, nach dem Kampf mit den Käfern und dem Gespräch mit dem Doktor habe ich welches für die Herstellung des Gegenmittels bei ihm erworben.”
Das war eine unerwartet einfache Erklärung, aber nichts desto trotz half es in dieser Situation natürlich enorm. Perfekt.
Sie machen sich also auf den Weg zum Markt, um die fehlenden Zutaten zu besorgen. Ferondal und Mab halten bei einem Schmied, während Torolf weiterging, um eine Karte zu kaufen. Der Magier steht ein wenig hilflos vor dem Schmied und verstrickt sich in Erklärungen, welche Art Kugel benötigt wurde, bis Mab sich einschaltet: “Wie für ein Kugellager”. Der große Mann wendet ihr seine Aufmerksamkeit zu und antwortet “Ach so, also etwas ganz einfaches?” und kramt eine kleine Eisenkugel hervor, die er ihnen hinhält. “Genau so”. Ferondal zieht eine Grimasse. Sie zahlen ein paar Münzen und er nimmt die Kugel entgegen.

In der Zwischenzeit feilscht Torolf andernorts um eine detaillierte Karte des Landes und setzt sich fast auf den Hosenboden, als er den exorbitanten Preis hört. “Was?!” ruft er, “ich zahle doch keine zwanzig Gold für eine Karte! Was ist an der denn so besonders, dass sie so unverschämt teuer ist?”. Der Händler lächelt milde “diese Karte wurde in dreijähriger Handarbeit von.. Jungfrauen erstellt und ist besonders detailreich und präzise”. “Ich lege keinen Wert auf ein von irgendwelchen Jungfrauen erstelltes Kunstwerk” grummelt der Barde, “ich nehme die günstige Karte. Das reicht fürs erste”. “Wie ihr wünscht”, lächelt der Händler und rollt ihm das einfache Modell ein. “Ich wünsche noch einen schönen Tag”.

Wieder im Zimmer des Gasthauses angekommen, helfen sie dem Magier das Ritual vorzubereiten:
Ferondal zeichnet Kreis und Runen für das Ritual auf dem Boden, die Karte in der Mitte. Mab platziert ein Tonschälchen mit einem Teil des Käferstaubs aus ihrem Beutel auf der einen Seite, Torolf den Kopf auf der anderen. Kerzen werden entzündet (Geister und Götter stehen und bei!), die Kugel ruht in der Mitte der Karte und der Elf beginnt seinen Zauber. Ein magischer Wind erhebt sich im Zimmer und lässt die Kerzen flackern. Ferondal intoniert die Worte der Formel und die Kugel beginnt zu zittern und sich langsam in Kreisen über die Karte zu bewegen. Alle starren wie gebannt auf das rotierende Metall, während sie immer schneller wird und immer kleinere Kreise zieht. Schließlich bleibt sie stehen, die Worte “ Tesserdan” unter ihr deutlich lesbar…

… to be continued

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Käfer und Kopfgelder
Ungezieferplagen bekämpft man am besten mit Feuer

… Ergänzungen und Korrekturen ausdrücklich erwünscht…

3. Sitzung

Ankunft auf Bahia.

Dank Torolfs Liedern aus denen Legenden werden eilt ihnen ihr Ruf voraus und sie bekommen anstandslos das Kopfgeld für Balista.

Nachrichten von dem Riesenkäfer-Problem.

Erleben die Riesenkäfer live, versuchen sie zu bekämpfen. Ferondal fackelt die Käfer und damit fast das Dorf mit ab. Verletzungen giftig, werden von seltsamem Doktor am Stadtrand geheilt. Mab kauft Käferstaub als Zutat für die Heilpaste. Tip mit den wandernden Ruinen.

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Balista Flagg
Ahoi, Piraten Jo-Ho

… Ergänzungen und Korrekturen ausdrücklich erwünscht…

Möwe mit Nachricht von Balista Flagg. Sie stellt ein Ultimatum für die Kapitulation. Sie haben Zeit bis zum Abend, um zu antworten, sonst wird sie am nächsten Tag alle abschlachten. Mab folgt der Möwe zu einer Insel, dort verwandelt sie sich in Balista. Mab fliegt zurück und berichtet. Die Möwe kehrt zurück, um ihre Antwort abzuholen, sie lehnen ab. Mab schlägt Stinker vor die Möwe einfach abzuschießen und damit das Balista – Problem aus der Welt zu schaffen. Stinker zielt, verletzt aber nur den Flügel. Sie legen sich den Plan zurecht Balista in der Nacht auf ihrer eigenen Insel zu überfallen.
Ferondal bereitet großes Ritual vor um das Schiff zu tarnen. Besäuft sich in einem Ritualkreis, den er auf den Boden der Schiffsmesse gemalt hat, mit Unmengen Rum und ritzt sich am ganzen Körper magische Symbole in die Haut. Mab hilft mit gemeinsamem Betrinken.
Nachts “schleichen” sie sich an die Insel an. Mit einem Beiboot setzen sie über (Ferondal, Torolf, Mab, Stinker, Karl der Koch), es stürmt. Mab geht über Bord, kann sich aber mit Hilfe wieder hinein ziehen. Auf der Insel folgen sie einem Trampelpfad, stoßen auf mehrere Gegner. Karl macht einen mit seinem Beil nieder, Mab zerbeißt einem anderen in Tigerform den Schädel. Sie gelangen auf die Spitze der Piratenhöhle und finden einen schmalen Zugang durch die Decke. Mab besticht ein paar Affen mit ihrem Pfeifenkraut am Eingang der Höhle ordentlich Radau zu machen und damit ein Ablenkungsmanöver zu starten. Stinker balanciert ins Zentrum der Höhlendecke um dort einen Sprengsatz anzubringen und damit die Höhle über den Piraten zum Einsturz zu bringen. Der Sprengsatz zündet, doch Stinker stürzt ab. Ferondal und Mab entkommen wieder oben hinaus, während das Ganze einzustürzen beginnt, umrunden die Höhle und stürzen durch das Chaos aus fliehenden Piraten und herabfallenden Felsbrocken durch den Eingang. Sie wollen Stinker nicht zurück lassen. Da werden sie mit einer stinkwütenden Balista Flagg konfrontiert. Ein Arm ist verletzt, aber mit Befehlsgewalt ruft sie ihre Piraten zurück und bewegt sie zum Angriff, statt zur Flucht. Mab beschwört die Mächte der Natur und lässt alle hüfttief im Boden versinken. Das wirkt sich deutlich zu ihren Gunsten aus. Gemeinsam liefern sie sich einen blutigen Kampf, bei dem es ihnen Mithilfe von Stinker, der plötzlich wieder auftaucht, und seinen besonderen Pfeilen gelingt Balista und ihre Mannen zu besiegen. Dann müssen sie den Ort fluchtartig verlassen, da alles in sich einstürzt. Leider auch ohne jeden Beweis Balista besiegt zu haben, um sich ihr Kopfgeld holen zu können. Sie kehren zurück an Bord der Unsinkbaren Jungfrau X und feiern ihren Triumph.

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1 Im Meer lauern Gefahren
Von Kalaa auf hohe See

Aus tragischen Gründen unbekannter Ursache ist das Gasthaus im Hafen von Kalaa abgefackelt und die drei müssen zügig den Kontinent verlassen. Da bietet sich auf einem Schiff namens “ Unsinkbare Jungfrau X” eine Passage egalwohin an.

Relevante Besatzung: Kapitänin Cassandra, Karl der Schiffskoch, … der Halborc?

Kapitänin Cassandra scheint kompetent zu sein und spannt sie an Bord gleich für verschiedene Aufgaben mit ein. Ferondal hilft Karl dem Koch, Mab übernimmt den Ausguck und Torolf hilft am Steuer aus.

Ferondal bemerkt Unstimmigkeiten im Kartoffelbestand und findet bei seinen Nachforschungen nasse Fußabdrücke im Laderaum – im Schiffsbauch Kampf mit Fischmorphen. Fläschchen giftgrüner, ätzender Zaubertrank, lila Zaubertrank (s. Items)

Offen:
Sequenz mit rückenschwimmenden Krokodil – Frauen? Wann? Wo?

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