Dungeon World Dienstag

Der Preis des Feuers

ice ice baby


Schwer atmend richtet Mab sich auf und betrachtet ihr Bein, in das die Spinne ihre Giftzähne versenkt hat. Es pocht schmerzhaft und nimmt langsam eine ungesunde Farbe an. Sie fühlt in sich hinein und verwendet die aufgestaute Restenergie des Kampfes, um zumindest das Gift, das sich gerade in ihren Adern ausbreitet, zu neutralisieren. Sie sieht sich um: um sie herum verteilt liegen sechs tote Spinnen, ihre Beine in unnatürlichen Winkeln verdreht. Ferondal steht immer noch wie selbstverständlich neben dem Türrahmen, durch den er plötzlich aufgetaucht war. Genau im richtigen Moment, will mal wohl anmerken. Torolf richtet sich hoheitsvoll zu voller Größe auf und klopft seine Klamotten ab. Sie zeigen sich gegenseitig ihr neustes Spielzeug. Ferondal hat wer weiß wo einen Ring mit einem großen funkelnden geschliffenen Edelstein gefunden und Mab präsentiert ihren schönen Bogen. Dann schweigen sie einen Moment, bis jemand fragt “wollen wir weiter?”.
Im nächsten Raum finden sie Molderoff. Er steht mitten im Zimmer und betrachtet die auf Eiszapfen aufgespießte Leiche von…. Als Torolf ins Zimmer tritt und ihn begrüßt, platzt er heraus: “der war schon so, als ich herein kam!”. Ferondal kümmert das sowieso nicht, er begrüßt Molderoff wie einen lange verschollenen Freund. Sehr bedenklich. Tatsächlich aber scheint es irgendeine magische Falle gewesen zu sein, die der arme Tropf dort ausgelöst hatte und ihr zum Opfer gefallen war. Keuchend kommt nun auch Mab ins Zimmer, das schwarze Schwert, das Torolf ihr anvertraut hatte hinter sich her schleifend. Sie schenkt dem alten Orcmagier einen vernichtenden Blick während sie mit deutlich unterkühlter Stimme sagt “Molderoff. Wie schön, dass du es auch geschafft hast”. Der Angesprochene schenkt ihr allerdings keinerlei Beachtung, während er sich mit seinem guten Freund Feronal unterhält. Zumindest bis zu dem Moment in dem der schwere Knauf des Drachenschwerts mit seinem vollen Gewicht auf seinem großen Zeh landet. Er jault auf und hüpft ein wenig auf einem Bein, während Mab interessiert ihre Fingernägel studiert.
Der Barde macht unterdessen die Richtung aus, in der sie weiter gehen müssen und so folgen ihm alle.

Hinter der nächsten Tür wartet ein Raum auf sie, der ein wenig anders aussieht, als die anderen zuvor und vor einem riesigen Eisentor endet. Mit gebührender Vorsicht nähern sie sich dem Gitter und Torolf schiebt den Türflügel unter enormer Anstrengung mit der Spitze des schwarzen Schwertes auf. Vor ihnen öffnet sich der Gang zu einer Halle, mehr lässt sich allerdings nicht ausmachen, die drei Gefährten zögern. Über ihre Zurückhaltung feixend tritt Molderoff hindurch und kurz darauf lässt sich seine Stimme vernehmen “Oh, Hallo. Das ist doch…” und dann nichts mehr. Nur bleierne Stille. Sie treten näher an den Durchgang heran und erkennen, dass Molderoff in eine dieser Eisstatuen verwandelt wurde, denen sie hier schon mehrfach begegnet waren. Ratlos sehen sie sich an und Mab stopft sich erstmal ein Pfeifchen. Sie bläst den Rauch in die Halle, in der Molderoffs erstarrte Gestalt zu erkennen ist. Der Rauch kringelt sich kurz in der Luft, gefriert dann zu kleinen Kristallen und rieselt zu Boden. Torolf stellt das Offensichtliche fest indem er sagt “sieht kalt aus”. Sie wälzen ein wenig ihre Möglichkeiten, doch da sie nicht wissen was sie dort drinnen erwartet, ist das ergebnislos. Schließlich wird es Ferondal zu bunt. Er aktiviert die Runen auf seiner Haut, was ihn in ein unheimliches oranges Leuchten hüllt und er tritt durch das Tor. Er geht einige Schritte, dann hört er ein Zischen. Als er sich dem Geräusch zuwendet sieht er eine Gestalt aus den Schatten treten: Der Torso einer Frau, auf einem sich windenden Schlangenleib. Ihre Haare scheinen ein Eigenleben zu besitzen. Sie winden sich wie lebendige Wesen und im gleichen Augenblick erkennt er, dass das Zischen von ihnen kommt: es sind Schlangen. Sobald er das erkennt, ruft er seinen Freunden zu “Leute, hier ist so eine Schnalle, mit Schlangen und so”. Er reagiert instinktiv, was bedeutet, dass er das Feuer zu sich ruft und in seiner Hand formt. Die Frostmedusa bewegt sich schlängelnd auf ihn zu und er will ihr entgegen gehen, um zum Schlag auszuholen, doch sie breitet die Arme aus und der Boden verwandelt sich in eine spiegelglatte Oberfläche.
Mab hat seinen Ruf vernommen und war in die Halle getreten, um ihm zu HIlfe zu eilen. Sie hebt den Bogen und als sie den Pfeil anlegt sieht sie, wie Ferondal strauchelt. Er verliert für einen Augenblick die Konzentration und der Feuerball in seiner Hand verpufft. Mab spürt, wie sich der unheilvolle Blick einiger Schlangen auf sie richtet. Sie kann sich gerade noch abwenden, doch genauer zu zielen ist ihr unmöglich. Der Pfeil steuert zwar in Richtung der Schlangenfrau, doch die fängt ihn mit der Hand lässig aus der Luft. Sie stößt ein überhebliches Lachen aus und verhöhnt sie lautstark.
Da wirft sich Ferondal nach vorn, um ihr die geballte Ladung heißer Flammen, die sich erneut um seine Faust gebildet haben ins Gesicht zu drücken.
Torolf ist Mab in die Halle gefolgt und steht nun hinter ihr. Vorsichtig legt er ihr die Hände auf die Schultern. Er erklärt ihr leise, was er vorhat, breitet seine Flammenflügel des Geb aus und hüllte sie beide vorsichtig darin ein, um sie vor den Blicken der Schlangen zu schützen. Außerdem stimmt er leise eine eindringliche Melodie an, in der er die unglaublichen Heldentaten eines Meisterschützen besingt, der in einer epischen Schlacht ehrenvoll in den Tod gegangen war. Mab durchströmt der Geist des Kampfes und zielt erneut. Durch die Flammen hindurch kann sie jedoch nur Schemen erkennen. Außerdem muss sie sich immer noch an die Handhabung ihrer neuen Waffe gewöhnen und so trifft sie die Medusa zwar, doch der Pfeil prallt ohne Wirkung von deren Haut ab.
Ferondals Flammen zerfasern in ihrem Gesicht und hüllen die Schlangenfrau einen kurzen Moment lang komplett ein. Das gefällt ihr gar nicht. Sie stößt ein unmenschliches Kreischen aus und stürzt sich auf den am Boden liegenden Ferondal.
Auch Torolf hat gesehen, dass der Pfeil einfach von der Haut der Meduse abgeprallt ist und mit dem gerechten Zorn Gebs, der ihn erfüllt ruft er mit einer Stimme, die durch den ganzen Raum trägt: “Bei Gebs flammender Wut: mögen deine scharfen Augen erlöschen und sich gegen dich wenden!”. Der Effekt ist erstaunlich: einige der Schlangenhaare zischen ein letztes mal und erschlaffen dann auf ihrem Haupt.
Ferondal sieht das Biest auf sich zukommen. Er bündelt seine Konzentration und versucht von ihrem Geist Besitz zu ergreifen, um die Kontrolle über sie zu übernehmen. Doch er prallt an ihrem Geist ab, wie auf der spiegelglatten Oberfläche des Bodens. Er flucht leise. Mittlerweile hat sie ihn erreicht, packt ihn an der Schulter und sein gesamter linker Arm erstarrt zu funkelndem Eis.

“Du wirst mein schönstessss Exemplar” “Das kannst du mal ganz hart vergessen”

Sie hat sich zu ihm vorgebeugt, um ihm die Worte ins Gesicht zu zischen, doch das sollte sie gleich bereuen. Ferondal hebt den anderen Arm, um den schon wieder Flammen züngeln und klatscht ihr die Ladung mit der flachen Hand ins Gesicht. Die Eisschicht auf ihrer Haut schmilzt und sein Handabdruck zeichnet sich deutlich auf ihrer Wange ab. Sie schreit und schleudert den Magier mit so roher Gewalt an die nächste Säule, dass sein gefrorener Arm zerbirst.

Mab starrt auf die Szene und kann es kaum glauben: sein Arm war fort. Aber ihr wird klar, dass das Biest wohl empfindlich auf Feuer reagiert. Am Ende der Halle erkennt sie die Flammen von etwas, das sie für das ewige Feuer des Berges hält. Sie setzt sich in Bewegung.

Auch Torolf hat das ganze beobachtet und ist stinkwütend. Er brüllt etwas vom gerechten Zorn des Geb gekoppelt mit ein paar üblen Verwünschungen: “Vergehen sollst du unter der Sonne der Wüste und den Flammen von Geb” und wirft sich in den Mandolinen-Metal Hurlant. Seine Stimme hallt in unnatürlicher Lautstärke durch den Raum, bricht sich an Säulen und Wänden und wird von dort verstärkt zurückgeworfen. Wie ein Sturm wüten seine Worte durch das Gewölbe und versetzen die Eiszapfen an der Decke klirrend in Schwingung. In einem gewaltigen Schauer regnen sie mit ohrenbetäubenden Getöse herab und drohen jeden aufzuspießen, oder zu zerquetschen, der ihnen nicht rechtzeitig ausweichen kann.

Ferondal hebt sein Schild zum Schutz und versucht die auf ihn herabregnenden Eisbrocken abzuwehren, das gelingt ihm größtenteils. Außer ein paar Quetschungen und blauen Flecken, trägt er keine weiteren schweren Verletzungen davon.
Mab schliddert auf der Ende der Halle zu und umrundet gerade eine am Boden liegende Säule, als die Zapfen vor ihr einschlagen und ein weiteres Hindernis bilden. Sie will nicht anhalten und so nutzt sie ihren Schwung und springt katzenhaft darüber hinweg.
Die Medusa hebt den Kopf und stößt etwas aus, das nach einem wütenden Kampfschrei klingt und kurz darauf erscheinen auf einer Balustrade des Gewölbes drei der Riesenspinnen, mit denen sie bereits schon das Vergnügen gehabt hatten. Sie richten sich auf und heben ihre Vorderbeine, um die wieder dieser bläuliche Glanz erscheint, der ihren fiesen Eislanzenzauber ankündigt. Jetzt muss es schnell gehen.
Mab sprintet weiter auf der Feuer zu, entzündet die Spitze ihres Pfeils damit und visiert das Miststück an. Sie will ihr mitten ins Gesicht schießen, doch dafür muss sie sie wohl oder übel ansehen. Sie holt tief Luft, zielt und lässt den Pfeil fliegen. Doch der Schmerz den sie plötzlich in ihrer Frostnarbe spürt durchzuckt sie so heftig, dass sie den Bogen sinken lässt und sie in die Knie zwingt. Einen Moment lang spürt sie nichts als Agonie und bekommt kaum mit, dass der Pfeil sein Ziel findet, in der Wange der einen Seite eintritt, den Kiefer der Schlangenfrau komplett durchschlägt und auf der anderen Seite wieder austritt. Die versucht wild schlängelnd an Ferondal vorbei das Weite zu suchen. Das sollte sich als Fehler erweisen. Der zähe Spinner hievt sich hoch, springt auf ihren Schlangenkörper und reitet regelrecht darauf mit. Mit dem ihm verbliebenen Arm greift er von hinten um sie herum und steckt ihren gesamten Oberkörper in Flammen. Ferondal wird von ihr abgeworfen, als sie sich brennend und schreiend Richtung Ausgang windet.
Zu ihrem Pech führt ihr Weg sie aber nun genau an Torolf vorbei. Der Barde sieht seine Gelegenheit kommen. Sein Gesicht verfinstert sich, als er den Knauf seines Drachenschwerts fester packt. Er macht einen Schritt und will das Schwert mit einem Ruck gegen die Fostmedusa aufrichten, doch leider hat er den Schwung unterschätzt. Das Gewicht des Schwert bringt ihn auf dem glatten Boden zum Straucheln. Sein Ausfallschritt wird wesentlich größer als geplant, als er versucht das Gleichgewicht zu halten und das Bewegungsmoment des Schwerts trägt ihn einmal um die eigene Achse, als er abrupt abgebremst wird. Im nächsten Augenblick ertönt ein dumpfes “Fump”, als der Kopf der Schlangenfrau zu Boden fällt. Er hat ihr glatt das Haupt von den Schultern getrennt. Als ihm klar wird was passiert ist, stützt er sich mit diesem strahlenden Grinsen, das einen fast erblinden lässt, ganz nonchalant auf das Ungetüm von einem Schwert, so als ob das Ganze genau so geplant gewesen sei. Mab muss auch grinsen, sie mag diesen selbstgefälligen Bastard einfach. Einem Impuls folgend geht sie zu ihm hinüber und gibt ihm ein Küsschen auf die Wange. Es ist bei diesem Licht nicht mit Sicherheit zu sagen, aber sie glaubt ihn ein wenig rot werden zu sehen.

Als sie sich umsehen bemerken sie, dass sich mit dem Tod der Medusa auch das Eis vom Boden zurückgezogen hat. Auch die Spinnen sind geflohen, alles ist ruhig. Besorgt geht Mab zu Ferondal hinüber und betrachtet seinen Schulterstumpf. Es erschüttert sie zutiefst, dass ihr Freund so schwer verletzt wurde. Dieser unberechenbare, sture, verrückte, liebenswerte Idiot! Trauer und Frust kämpfen in ihr um die Vorherrschaft und bevor sie anfangen kann loszuheulen gibt sie dem Frust nach. Sie richtet sich auf, verschränkt die Arme und sagt mit einem Kopfnicken Richtung Stumpf “Ich sags dir ja immer. Karma!”
Ferondal verzieht das Gesicht.

Torolf ist auch näher gekommen. Er deutet Richtung Feuer und sagt zu dem Magier “na los, worauf wartest du noch?”.
Der Angesprochene erhebt sich, schreitet zur Quelle des Feuers, langt in seinen Umhang und wirft das Buch ohne Umschweife hinein. Die Flammen schlagen hoch, sonst passiert nichts. Mab sieht zu Torolf hinüber, der sich ein Grinsen nicht verkneifen kann. Ferondal scheint einen Moment zu überlegen, dann tritt er mit einem Schritt in die Flammen. Er steht im Zentrum der Quelle und versucht die Flammen in sich aufzunehmen. Die Runen auf seiner Haut beginnen zu wabern und zu leuchten, doch er ist sich nicht sicher, ob tatsächlich etwas bedeutendes passiert, oder er einfach nur brennt. Schmerz ergreift seinen Körper und er beginnt zu schreien.
Er bekommt kaum mit, dass Torolf und Mab den gleichen Gedanken, sowie seine geistige Zurechnungsfähigkeit diskutieren. Torolf vertritt den Standpunkt, der Verrückte wisse schon was er tue, wobei Mab der Ansicht war, die Evidenz spreche eindeutig dagegen. Sie war auch nicht weiter bereit abzuwarten, also kam sie dem Feuer so nah wie es ging und rief seine Urgeister an. Es war schwierig den Elementen klare
Botschaften zu schicken, aber die Absicht war meist unverkennbar. In diesem Fall ihr Wunsch nach der Unversehrtheit des brennenden Elfleins und der Erfüllung des seinen: einer tiefen Verbindung mit dem Feuer. Die Flammen lodern hoch. Sie wachsen höher und immer höher hinauf, bis es schließlich zu einer gewaltigen Explosion kommt!
Ferondal steht immer noch an seinem Platz inmitten der Flammen, doch er spürt keinen Schmerz mehr. Mab hingegen schon. Brennend heiß durchzuckt er sie vom Hals ausstrahlend in beide Richtungen und es bildet sich eine Feuernarbe, genau spiegelverkehrt zur Eisnarbe auf der Rechten. Das ist der Preis des Feuers, sie hatte ihn gezahlt.

Ein gewaltiges Beben erschüttert das Gestein des Felsmassivs. Im Gewölbe bricht an mehreren Stellen der Boden auf und Lavaströme ziehen durch die Halle. Zwei der armen zu Eis erstarrten Kreaturen schmelzen bereits in ihrer Glut. Die Temperaturen steigen schlagartig ins fast unerträgliche, sofort fühlt Torolf sich pudelwohl. Das ist eine Party, wie er sie sich vorstellt. Bei glühender Hitze wie unter der Wüstensonne fühlt er sich Geb besonders nah. Sofort ist ihm klar, dass er diese unschuldigen Opfer in den Skulpturen, die noch hier im Gewölbe verteilt stehen, im Namen Gebs von ihren eisigen Fesseln befreien muss. Er ruft seinen Gott an und in einer gewaltigen Entladung göttlicher Macht schmilzt der Eispanzer der Figuren und die Gestalten darunter kommen wieder zum Vorschein. Die meisten von ihnen sind vom Volk der Nuk und tragen nun als Gezeichnete Gebs sein leuchtendes Symbol auf der Stirn. Sobald sie ihre Umgebung mit den heißen Lavaströmen wahrnehmen stoßen sie Angstrufe aus und beginnen zu fliehen.
Torolf, Ferondal und Mab befinden sich auf einer Insel umgeben von drei Lavaströmen. Beflügelt von seinem eben erreichten Erfolg beschließt Torolf einfach mit einem Sprung darüber hinwegzusetzen. Mab beobachtet das mit Entsetzen, doch er kommt problemlos auf der anderen Seite auf. Ferondal sieht das und denkt sich “das sah leicht aus, so mache ich das auch” und springt ebenfalls. Doch leider ist er nicht so leichtfüßig wie der Barde. Er kommt mitten in der Lava auf und versinkt bis zur Hüfte. Mab packt schon das Grauen, aber es scheint dem Magier nicht das geringste auszumachen, er wartet einfach ans andere Ufer und winkt ihr dann fröhlich zu. Die Druidin seufzt, verwandelt sich in einen Vogel und fliegt hinüber, wo sie wieder ihre menschliche Gestalt annimmt. Die Wände schütteln sich unter den Kräften die auf sie wüten, das Ganze wird bald auseinanderbrechen. Irgendjemand ruft “wir müssen hier raus!”, aber das ist eigentlich unnötig. Sie rennen los, Molderoff wieder dicht bei ihnen. Im Laufen teilt Mab ihnen mit, dass sie noch die restlichen Magier holen müssen, die sie vorher zurückgelassen haben. Sie nimmt zwar noch einiges Gemurmel als Antwort wahr, aber es spielt keine Rolle, sie wird das auf jeden Fall tun.
Während also nun die anderen im Zentralraum geradeaus Richtung Ausgang laufen, biegt sie nach links ab, in den Gang mit dem Lazarettraum. Sie reißt die Tür auf und brüllt Harry und Rebecka entgegen “Raus hier!”. Die lassen sich das nicht zweimal sagen und stürmen ihr nach draußen hinterher.
Die drei Voraus haben es fast geschafft, sie können den Durchgang zu der großen Eishöhle schon sehen. Ferondal an der Spitze, gefolgt von Torolf und Molderoff. Mit großen gleichmäßigen Schritten läuft der alternde Orc neben dem Barden her und zeigt ihm die Zähne. Sollte das ein Grinsen sein, oder ein Einschüchterungsversuch? Der Barde überlegt. Ach egal. Er platziert seinen nächsten Schritt etwas weiter links und gibt dem Orc mit der rechten Hand einen Stoß. Und schon ist er weg, der Psychopath. Verschwunden in dem Loch, das sie beim Reingehen so vorsichtig umgangen hatten. Torolf grinst im Laufen vor sich hin.
Mab ist mit den beiden anderen kurz hinter ihnen. Auf dem letzten Stück spürt sie, wie die Decke hinter ihnen einstürzt. Im Sprung verwandelt sie sich wieder in einen Vogel. So nimmt sie nochmal an Geschwindigkeit zu und kann den schon Augenblicke später herabfallenden Gesteinsbrocken ausweichen. Harry meint ein Geräusch wie einen leisen Schrei wahrzunehmen und weicht nach links aus. Vorbei an dem Loch, in das Molderoff “gefallen” ist und das nun auch Rebecka zum Verhängnis wird. Zusammen mit einer riesigen Staubwolke und einer Explosion aus Gesteinssplittern schießen die beiden aus dem Loch in der Wand, als hinter ihnen alles einstürzt.

Ausgang_Weltenkrone.jpg

Eine unheimliche Stille macht sich breit, während der Staub sich legt und alle wieder versuchen zu Atem zu kommen. Torolf fängt sich als erster wieder und verkündet
“Wir haben einen Sieger!”. Er streckt Harry die Hand entgegen und beglückwünscht ihn überschwänglich. Ungläubig stammelt der Heilmagier zunächst vor sich hin, dann macht sich unbändige Freude in ihm breit. “Was, ich habe gewonnen? Das ist ja unglaublich!”. Mab reicht ihm ebenfalls die Hand und schüttelt sie herzlich. Ferondal fällt alles aus dem Gesicht und weil er nur dasteht und sie verständnislos anstiert gibt die Druidin ihm ein Stichwort: “Na los Ferondal, beglückwünsche unseren Gewinner des pentamagischen Turniers”. In ihrem Gesicht steht das wohl fetteste Grinsen aller Zeiten. Er erwacht aus seiner Schockstarre und gibt Harry die Hand. Aber er kann es nicht lassen ihm dabei den Rat zu geben seine Profession auf etwas vernünftiges zu ändern, nämlich weg von der Heil- und hin zur Feuermagie. “Nein, das solltest du nicht tun”, sagt Mab “du solltest auf deinem Gebiet bleiben, denn das hat sich erfolgreich durch dieses ganze Abenteuer gebracht”.

“Regel Nummer 1: hör immer auf Mab. Mab hat fast immer recht manchmal”
Torolf Giergalgen, die großen Ratschläge Band 1

Nachdem das geklärt ist machen sie sich auf die Suche nach der Leiter. Sie finden ihn unweit der Einsturzstelle und überreden Magenwald, sich in eine Galeere zu verwandeln, die Mab dann in Eisbärengestalt hinter sich her ziehen kann. Richtung Meer…

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NoMonkey eenara

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